Greta Louise.

Dienstag, 20. Dezember 2016





Darf ich vorstellen ?
Greta Louise. Am 12. Dezember 2016 geboren, gesund und munter.

Jetzt ist es also soweit. Das kleine, sehnlich erwartete Wunder, hat sich auf den Weg gemacht und ist nun Teil unserer kleinen Familie. Es war eine tolle Geburt und die Entscheidung, dieses Mal im Geburtshaus zu entbinden, hat sich (für uns) als genau richtig erwiesen. Wir waren bereits 2 Stunden nach der Geburt wieder zuhause und unendlich glücklich in unserem eigenen Bett zu liegen. Ganz in Ruhe und Behutsamkeit. Aber einen ausführlichen Geburtsbericht wird es vermutlich noch zu einem späteren Zeitpunkt geben. Jetzt möchte ich mit euch erst einmal die letzten 8 Tage Revue passieren lassen und habe mir ein paar Gedanken zu dieser aufregenden ersten Zeit gemacht.


Die Sorge um das ältere Geschwisterkind:


Da Jacob in den Wochen vor Gretas Geburt zunehmend merkwürdige Verhaltensmuster aufzeigte, waren mein Mann und ich auf so ziemlich alles vorbereitet. Aber eben doch nicht auf das, was dann tatsächlich seine erste Reaktion auf das kleine unbekannte Wesen in Mamas war.
Dieser so aufgeweckte, tobende und rastlose kleine Kerl wurde plötzlich zu einem anderen. Ein Jacob, wie wir ihn bisher nicht kannten. Mit vorsichtigen und behutsamen kleinen Fingern wollte er seine Schwester augenblicklich streicheln und ihr nahe sein. Und so saß er da, mit Greta im Arm, auf meinem Schoß und uns kullerten die Tränen, weil der Anblick so besonders, so einzigartig war. Ich glaube ich habe in meinem Leben nie zu vor solch einen Stolz und so tiefe Liebe empfunden. 
Alles tritt zurück, wird nichtig, wenn man doch betrachtet, was man da (als Paar) vollbracht und geschaffen hat. Zwei kleine Menschenkinder, das eigene Fleisch und Blut, in so liebevoller Atmosphäre, dass es einen sprachlos macht. So sehr Rabauke, Grobian oder Zappelphilipp Jacob auch sein mag, dieser Moment hat uns gezeigt, dass wir ihm wohl die richtigen Werte und Verhaltensweisen beigebracht haben und sein natürlicher Instinkt voller Liebe und Zärtlichkeit ist.

Jetzt, eine Woche später, ist er nach wie vor sehr vorsichtig und behutsam im Umgang mit Greta. Er will ihr nahe sein, sie küssen und streicheln und kuscheln. Das ändert wohl nichts daran, dass er trotzdem Eifersucht oder Vernachlässigung empfindet. Denn seit 3 Tagen schreit und weint dieser kleine Knirps sich die Seele aus dem Leib, wenn die Dinge nicht so laufen wie er sie gerne hätte. Man könnte wohl meinen, dass ich dem ja ruhig ein wenig nachgeben kann, aber wenn man Schokolade und Sendung mit der Maus an einem Montag Morgen um 4 gucken/essen will, muss ich dann wohl doch ein klein wenig Autorität wahren und eben auch mal NEIN sagen. Und so vermute ich, dass die große Veränderung wohl nun Wut auf mich hervorgebracht hat. Keine rationale Wut. Und keine die sich diskutieren lässt. Aber eine Wut, die aus Enttäuschung und Angst entsteht. 
Wo ist mein Platz in der Familie ? Wer ist diese neue Person ? Warum beansprucht sie Mama so sehr ?

Das muss unglaublich hart sein, für diesen kleinen unschuldigen Geist, zu verarbeiten. Und so wird all dies jetzt an mir abgearbeitet. Und das ist furchtbar anstrengend. Für uns BEIDE. Ich merke in welchem Zwiespalt er ist, ich möchte ihm helfen, probiere mit ihm zu reden. Aber merke, dass wenn die Wut erst einmal da ist, reden nicht mehr hilft. Denn dann steigert er sich weiter und weiter rein. Also probiere (!) ich ruhig zu bleiben, eine Mischung aus Gelassenheit und Fürsorge darzustellen. Und das ist so unglaublich schwierig. Denn er bleibt ein kleines, unschuldiges Wesen und so kann die beschriebene Wut innerhalb von Sekunden in ein tiefes Bedürfnis nach Nähe und Sicherheit umschlagen. Und dann muss ich da sein, ihn halten und drücken. 
Diese Umschwünge zu erkennen, mitzumachen und anzunehmen, ist jetzt meine Aufgabe (neben so einigen anderen) und ich gebe mir von Herzen Mühe. Es klappt - mal besser, mal schlechter.

Greta:


Greta Louise ist das ruhigste und entspannteste Baby seit ich Mutter bin. Nein, Scherz.
Jacob hat als Neugeborenes viel zu Kämpfen gehabt. Er hat maximal 1,5 Stunden am Stück geschlafen, grauenvolle und besorgniserregende Koliken gehabt, eine solch empfindliche Haut, dass er teils wochenlang offene, nässende Stellen im Gesicht hatte und noch so einiges mehr. Er kam und kam nicht zur Ruhe. Im Nachhinein lässt sich das wohl recht logisch erklären aber damals wusste ich meinem Kind einfach nicht zu helfen. Es war sehr sehr anstrengend. 
Dass sich diese Anstrengung gelohnt hat steht außer Frage. Nun wird mir aber auch bewusst, dass ich durch Jacobs Verhalten, erst schätzen kann, was ein ruhiges und unkompliziertes Kind wirklich bedeutet. Und wir sind in diesem Falle mit genau solch einem gesegnet worden. Greta hat bereits im Geburtshaus mit einer Kraft getrunken, dass es fast erschreckend war. Sie schläft und schläft und schläft. Und wenn sich mal etwas tut, dann wirklich einfach nur, weil sie Hunger hat oder eine extra Portion Nähe braucht. Alles Dinge, die ich grade in Hülle und Fülle zu vergeben habe. Ich kann es nicht anders sagen und brauche hier auch wirklich nicht groß auszuufern, sie ist ein (bisher) unkompliziertes und sehr genügsames kleines Baby.

Genau wie bei Jacob habe ich ein kleines Weilchen gebraucht, um sie kennenzulernen und ihr richtig nahe zu sein. Auch wenn die Geburt toll verlaufen ist, hat sie mich dennoch enorme Kraft gekostet und ich musste erst einmal kurz wieder zur Ruhe kommen, bevor ich bereit war, mich voll und ganz auf Greta einzulassen. Ich denke, da hat wohl jeder seine eigenen ganz individuellen Erfahrungen gemacht. Ich brauche jedenfalls immer erstmal einen Moment.

Es ist ein unglaublich beruhigendes und angenehmes Gefühl, sich beim zweiten Kind nicht mehr so heillos überfordert und unsicher zu fühlen. Dieses kleinen Wunder sind so zerbrechlich, so schutzlos und zart, man hat ständig das Gefühl, man könnte etwas falsch machen. Bei Greta haben wir uns beide von Anfang deutlich sicherer gefühlt. 
Windel wechseln ? Kein Problem. 
Köpfchen halten, den kleinen Finger zum Saugen in den Mund & dabei dem älteren Kind noch ein Buch vorlesen ? Absolut machbar. 



Die körperliche Anstrengung:


Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mich bereits kurz nach der Geburt wieder sehr sehr fit und voller Tatendrang gefühlt habe. Die Geburt wirkt für mich jedes Mal wie ein Befreiungsschlag von den Einschränkungen der letzten Züge der Schwangerschaft. Das Prinzip des Geburtshauses, innerhalb der ersten 3 Stunden nach der Geburt zurück nach Hause zu kehren, passte deswegen voll und ganz für mich. Auch wenn die ersten 24 Stunden natürlich von enormer Müdigkeit und Erschöpfung geprägt sind, galt es dennoch relativ schnell wieder auf die Beine zu kommen und in den Alltag einzutauchen.
Auch wenn ich absoluter Verfechter vom Wochenbett bin und finde, dass insbesondere in den ersten Woche nur Ruhe und Nähe für das Neugeborene wichtig sind - bin ich nichtsdestotrotz auch Realist.
Und die Realität sieht so aus, dass mein Mann 6 Tage die Woche arbeitet, nur am Tag der Geburt freibekommen hat und am Tag darauf alles mehr oder weniger seinen normalen Gang gehen musste. Ich habe ein zweites, 2-jähriges Kind zu versorgen, das Bedürfnisse hat, die ganz genauso gestillt werden müssen. 
Da ich (glücklicherweise) ein sehr enges Verhältnis zu meiner Mutter habe, konnte sie letzte Woche für ein paar Tage kommen. Und das hat mir ganz ehrlich den Ar*** gerettet. Denn der Haushalt bleibt in solch einer Situation komplett stehen. Wer putzt ? Wer kocht ? Wer wäscht ? Hier war meine Mutter die größte Hilfe und ich kann euch gar nicht sagen, wie dankbar ich bin, so einen besonderen Menschen in meinem Leben zu haben. 


Abschließend lässt sich sagen, dass hier wohl grade ein ganz besonderer Zauber über unserer Familie liegt. Weihnachten steht vor der Tür (übrigens das erste, das wir ganz allein als Familie feiern), wir haben unser größtes Geschenk bereits erhalten (in Form eines wundervollen, gesunden kleinen Mädchens) und sind jeden Abend sprachlos vor Stolz und Liebe, wenn wir realisieren, was für eine gesegnete Familie wir sind.


Ich bin sicher, dass es noch fünfzig andere Punkte gibt, über die ich hier schreiben könnte. Fand diese 3 aber die für mich Wichtigsten. Solltet ihr dennoch Fragen haben, zu anderen Stichpunkten (beim Eingewöhnen mit zweitem Kind) oder generell neugierig sein, seid ihr jederzeit willkommen, einen Kommentar zu hinterlassen oder auch eine Mail zu schreiben. ich werde so schnell es mir möglich ist antworten.


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Beauty Routinen - hier ist meine.

Montag, 28. November 2016


Nicht, dass dies ein Thema oder Post sei, der andere dazu ermutigen soll, die exakt gleichen Produkte oder Abläufe zu wählen wie ich es tue. Dennoch haben mich die Routinen anderer immer interessiert und so habe ich beschlossen, meine mit euch zu teilen.

Dazu sei gesagt, dass ich tatsächlich immer sehr viel Glück mit meiner Haut und entsprechenden Unreinheiten hatte. Mir ist klar, dass es unterschiedlichste Hauttypen gibt und das Produkte auf jeden Einzelnen individuell angepasst werden müssen. In welchem Klima befindet man sich, wie sieht der eigene Alltag aus, worauf reagiert die Haut besonders empfindlich ?

Nachdem ich meine Jugend damit verbracht habe, Produkte nach ihrem Beliebtheitsstatus (oder auch gerne mal den entsprechenden Jugendzeitschriften nach zu urteilen) zu kaufen, habe ich mich rund ums Abitur entschieden, lieber gewähltere und dafür im Zweifel auch teurere Produkte zu kaufen, auf die ich mich verlassen kann und die meinen Hauttyp unterstützen sollten.
So ist nach einigem Beraten und Austauschen mit Freundinnen, CLINIQUE meine erste Wahl an Kosmetikprodukten geworden. Ich habe das System der 3-Phasen Pflege für mich entdeckt. Erst waschen, dann reinigen, dann pflegen. Insbesondere das nahezu schwarze Wattepad nach dem Nutzen des Gesichtswassers hat mich täglich aufs Neue beeindruckt und bestätigt. Wahnsinn, was sich da im Laufe des Tages an Schmutz auf der eigenen Haut bildet.

Bereits in meiner ersten Schwangerschaft spürte ich ein größer werdendes Bedürfnis meiner Haut möglichst natürliche und pflanzlich basierte Produkte zukommen zu lassen. Aufgrund dessen wechselte ich während dieser Zeit nahezu ausschließlich zu Weleda Produkten der Iris-Serie. Diese führte ich auch in unserer Zeit in Hong Kong fort. Hier herrschte ein extremes Klima. Enorme Luftfeuchtigkeit, gepaart mit Luftverschmutzung und permanent laufenden Klimaanlagen. Ich weiß noch, dass wir nach Deutschland wiederkehrten und ich mein Hautbild kaum wiedererkannte. Es hatte gelitten. 
So beschloss ich Anfang 2016 also mir etwas Gutes zu tun und mich unabhängig und umfänglich beraten und pflegen zu lassen.
Nachdem ich bei einer Kosmetikerin eine ausgiebige Beratung und Pflege in Anspruch genommen habe, möchte ich euch nun meine individuelle Auswahl an täglichen Pflegeprodukten vorstellen.

Es handelt sich um einen relativen bunten Mix aus Marken und Produkten. Diese scheinen sich so gut eingependelt zu haben, dass ich während der jetzigen zweiten Schwangerschaft keinerlei Bedürfnis hatte etwas zu ändern oder umzustellen.

Solltet ihr Fragen oder Anregungen haben - bitte immer gerne her damit. Ich bin tatsächlich sehr interessiert aber immer etwas erschlagen vom unglaublich breiten Angebot an Kosmetika und Pflegeprodukten. Ich würde mich auch sehr über Blogger-Tips freuen im Bereich Beauty, denn ich habe bereits mehrere Anläufe in diese Richtung gewagt, mich dann aber doch immer heillos überfordert gefühlt. Meinen Wunsch nach einem Blog mit etwas Alltagstauglichem, hochwertigen Produkten und nicht all zu viel Drumherum konnte ich bisher leider nicht erfüllen.



Mein Tag beginnt in der Regel mit dem schlichten und einfachen Waschen mit reinem Wasser unter der Dusche. Grade nach einer gründlichen Reinigung am Abend, habe ich morgens in der Regel kein Bedürfnis zur Reinigung erneut ein Produkt zu nutzen. Bedarf es doch einmal eines Produktes, greife ich ganz einfach zur Reinigungsmilch von NIVEA.

Sind die Poren durch die warme Dusche und Feuchtigkeit geöffnet, nutze ich ein Wattepad und das Clinique Gesichtswasser (in meinem Falle NO. 1 für trockene Haut) um erste Verunreinigungen zu entfernen. Im Anschluss folgt das Auftragen einer Tagescreme, die den Bedürfnissen meiner Haut für den ganzen Tag nachkommt. Im Sommer reicht in der Regel das alleinige Nutzen der "Dramatically Different Moisturizing Cream" von Clinique - im Winter spüre ich aber ein deutliches Bedürfnis nach mehr Feuchtigkeit. Trockene Heizungsluft und kalte Temperaturen lassen die Haut schnell trocken und rissig wirken. So kommt also zusätzlich eine Pflege von Dr. Hauschka als Tagespflege hinzu. Meine Kosmetikerin hat mir den Tipp gegeben, die Maske "Beruhigende Pflege" ruhig in kleiner Dosierung als zusätzliche Tagescreme zu nutzen. Hier spürt man eine extra Portion Feuchtigkeit und Versorgung für die Haut.



Zur Unterstützung im Bereich der Augen kommt dann noch "All About Eyes RICH" von Clinique hinzu. Hier habe ich einen riesigen Unterschied zur üblichen "All About Eyes" Augencreme feststellen können. Auf die Lippen kommt abschließend eine intensive Pflege von Dr. Hauschka namens "Akut Lippenpflege Labimint" mit Ringelblume und Sonnenhut. 

Vor Kurzem habe ich mir außerdem, in weiser Voraussicht auf baldige voraussichtlich schlaflose Nächte, "Augenfrische - stärkenden Kompressen" von Dr. Hauschka geholt und werde euch vom Ergebnis entsprechend berichten. Oder kann hier sogar schon jemand berichten ?



Eine Weile lang habe ich tagsüber immer mal wieder "Eau de Beauté" von Caudalie genutzt - ein rein pflanzlich basiertes Produkt was zur Erfrischung der Haut und Fixierung von Make-up dient. Im Winter ist mir dies aber zu blumig, so, dass ich nun "Hydra Essence Beauty Mist" Spray von CHANEL im Winter nutze und sehr zufrieden bin. Mit dem Wechsel der Jahreszeiten ändert sich dies dann wieder ganz von selbst. 
Ansonsten greife ich tagsüber immer mal wieder zu einer Mischung aus Dr. Hausmanns Kindercreme zur Pflege meiner Lippen in besonders trockenen Zeiten oder auch zum "Cold Cream" Lippenbalsam von AVÈNE.

Bevor es dann am Ende des Tages ins Bett geht, ist mir die Reinigung von Gesicht und Make-up Resten besonders wichtig. Ich weiß noch, dass ich als Teenager auch gerne mal aus Bequemlichkeit halb geschminkt ins Bett gegangen bin. Das kann ich heute wirklich nicht mehr, da sich meine Haut sonst unglaublich unrein anfühlt. Ganz abgesehen vom unangenehmen Gefühl beim Aufwachen.
Ich starte also mit der Entfernung meines Make-ups mit Hilfe vom "Take the Day off" Make-up Entferner, danach kommt erneut das Gesichtswasser "Clarifying Lotion 1" zum Einsatz - beide von Clinique.
Insbesondere nach diesem Schritt fühlt sich die Haut unglaublich gereinigt an. Derzeit nutze ich die "DDMC" als Nachtpflege, bin aber noch auf der Suche nach einer speziellen Nachtpflege um meine Pflegeroutine final abzurunden. Die Iris-Nachtpflege von Weleda leistet bei mir im Zweifel immer einen guten Job. Aber ich suche noch nach einem Produkt, welches sich mehr in die anderen einreiht. 



Wie sehen eure Pflegeroutinen und -produkte aus ? Habt ihr Firmen oder Rituale auf die ihr vielleicht schwört ? Ein weiteres, zunehmend größer werdendes Thema - Tierversuche ! Wie wichtig ist euch hierbei das lupenreine Image der genutzten Pflegemarke ?

Ich bin gespannt auf eure Berichte und Kommentare.



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Der Zweite.

Dienstag, 1. November 2016



Nur noch ein paar Tage - dann wird Jacob schon 2 Jahre alt. Wo ist die Zeit geblieben ? Feiert man jetzt schon einen Kindergeburtstag ? Und was sind angemessene Geschenke für einen 2-Jährigen ? Fragen über Fragen, die vermutlich, ganz gleich wie alt das eigene Kind wird, wiederkehren.

Obwohl in Hong Kong sehr beliebt, haben wir Jacobs ersten Geburtstag sehr simpel gehalten. Uns war durchaus bewusst, dass der kleine Mann vermutlich keinen blassen Schimmer von der Bedeutung dieses Tages haben würde und alle emotionalen Begleiterscheinungen wohl eher uns als Eltern/mich als Mutter affektieren würden, als ihn. Und genau so war es auch. Ich hab geweint und in Erinnerungen geschwelgt und war im Grunde genommen den lieben langen Tag völlig fassungslos, dass jetzt schon das berühmt berüchtigte erste Jahr um sein sollte.
Wir haben zu Dritt gefrühstückt, ich habe die Wohnung mit Ballons und anderen Dingen geschmückt und dann sind wir zum Strand gedüst, um dort einen tollen Familientag zu verbringen. Und genau das war es auch - ein wunderschöner Familientag - nicht mehr, nicht weniger. Aber es war ganz nach unserem Geschmack.

Dieses Jahr wird ähnlich gestaltet sein. Der einzig wirklich große Unterschied ist, dass wir diesmal unsere Familien im Umfeld haben, die vermutlich vorbeischauen werden. Nichtsdestotrotz ist Jacob morgens in der Kita und verlebt einen "normalen" Tag.
Ich werde ein paar Muffins backen, an denen sich auch die anderen Kinder erfreuen und Nachmittags gibt es dann Kaffee und Kuchen mit der Familie. Bei mir in der Familie ist es stets Tradition gewesen, morgens ein gemeinsames großes Frühstück zu haben. Dazu gehört für mich ein schöner, hölzerner Geburtstagskranz, ein gebackener Kuchen, ein wenig Dekoration, lautes Singen und natürlich auch Geschenke.




Den Geburtstagskranz von Grimm's, habe selbst ich schon als Kind bekommen. Ich finde es wundervoll, dass es mittlerweile massenhaft Steckfiguren gibt, um den Ring für jedes Kind individuell gestalten zu können. Schöne Kerzen und eine entsprechende Holzziffer dürfen hier natürlich nicht fehlen. 

Damit ihr einen ersten Eindruck bekommt, was wir uns dieses Jahr für Jacob wünschen beziehungsweise für ihn besorgt haben, habe ich euch ein kleine Collage zusammen gestellt. Mein Faible für Holzspielzeug jeder Art ist wohl mehr als ersichtlich, aber bewährt sich bei einem tobenden und aktiven Kind wie Jacob eben auch einfach. Mein altes Holzspielzeug wird bis heute von ihm genutzt, wenn er bei seinen Großeltern ist. 






Von Mama und Papa bekommt Jacob dieses Jahr - längst überfällig - einen Formenwagen. Mit dem Modell von NIC wird nicht nur seine Motorik geschult, sondern er hat noch dazu ein (weiteres) Auto zum Spielen.
Den OSTHEIMER Katalog blättert Jacob seit Wochen durch und sein Geburtstag, als auch der Adventskalender, werden unsere Chance sein, ihm ein paar Teile zu schenken. Nicht nur, dass jedes Teil einzeln handgefertigt wird, der Phantasie sind im Bauen und Spielen mit den Tieren/Figuren/Landschaften keine Grenzen gesetzt. Ich freue mich jetzt schon selbst wie ein kleines Kind, die Weihnachtskrippe aufzubauen. Daran habe ich als Kind selbst stundenlang gesessen und gespielt. Außerdem kann das Sortiment beliebig immer mal wieder ergänzt werden. Sei es zu St. Martin, Nikolaus oder Ostern - es gibt bereits kleine Figuren für ein paar Euro. 
In die Holzautos von FAGUS habe ich mich schon lange verliebt. Man unterstützt ein gemeinnütziges Projekt, denn genau wie bei OSTHEIMER und GRIMM'S werden auch FAGUS Spielzeuge in Deutschland gefertigt und im Falle von FAGUS oder GRIMM'S geschieht dies sogar in Zusammenarbeit mit Werkstätten für behinderte Menschen.

Ich habe bereits seit sehr langer Zeit (da war der kleine Rabauke noch in meinem Bauch) mit einer JUPIDUU Rutsche geliebäugelt. Und glaube grundsätzlich auch daran, dass ein "Spielzeug" dieser Art genau das Richtige für unseren aktiven und niemals-müden kleinen Zwerg ist. Aber seit ein paar Monaten habe ich mich mehr und mehr in das Erziehungskonzept von Emmi Pikler eingelesen und bin nun vollends von ihren Materialien überzeugt. Das Dreieck mit passender Hühnerleiter beziehungsweise Rutsche sind mein großer Traum für Jacob - auch wenn ich keinen blassen Schimmer habe, wo genau wir das eigentlich noch unterkriegen sollen.
Zu guter Letzt kommt so ziemlich Alles was im GRIMM'S Sortiment zu finden ist. Wir haben uns jetzt aber bewusst vorrangig für Dinge entschieden, die das freie Spiel und Jacobs Kreativität unterstützen. Deswegen habe ich die bunten Klötzchen und handbemalten Häuschen auf unsere Wunschliste gesetzt. Zusätzlich ein Set an kleinen bunten Autos und den allseits beliebten großen Holzbogen.


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Grenzerfahrungen - zwischen Liebe und Verzweiflung.

Montag, 24. Oktober 2016



Manchmal hat man als Mutter das Gefühl, dass einem die Kraft ausgeht. Aber wirklich. Es kommt nur schleichend, nichts passiert von jetzt auf gleich. Aber es gibt Momente, die können noch so belanglos sein, von denen denkt man, dass sie der finale Schlag in einer Kette von aneinandergereihten Anstrengungen sind. 

Ich weiß noch, der erste Abend an dem ich mit Jacob aus dem Krankenhaus zuhause war. Dieses winzig kleine Wesen, von dem ich nicht mal recht wusste, wie ich es bloß möglichst sanft und sicher zugleich halten sollte, schrie und schrie. Und ich fühlte mich so heillos überfordert in dieser Situationen. Überfordert mit meinen Emotionen, mit meiner neuen Rolle als Mutter, mit der schier endlosen Verantwortung - ich höre mich jetzt noch zu meiner Mutter sagen: "Ich kann das nicht. Wie soll ich das bloß jemals hinkriegen? Wenn ich ihn nicht mal jetzt beruhigt kriege." Das war das aller erste Mal, dass ich gespürt habe, was diese bodenlose Liebe und Verantwortung zugleich bedeutet, wie sie einen verzweifeln lassen kann.

Ich möchte nicht wie eine Mutter klingen, die das Muttersein abtut und stets, mit einer Spur Ironie, nur als Anstrengung vermittelt. Aber ich habe mich auch nie als eine Mutter gesehen, die ihre Rolle als einzige wahre Erfüllung und permanentes Glück bezeichnet. Ich fürchte dafür bin ich deutlich zu großer Realist und Pragmatiker. 
Ich nenne die Dinge gerne beim Namen. Und manchmal ist Muttersein der härteste Kampf den ich je mit mir selbst gefochten habe. Und dann aber widerum auch, das tiefste von Liebe geprägte Band, was ich je empfinden durfte. Es gibt solche und solche Tage, ach was sage ich - solche und solche Phasen.

Zurück zum Kraftakt. Ich denke jeder hat seine ganz eigene Schmerzgrenze. Aber diese zweite Schwangerschaft in der Endphase, ein Kind mit extremen Entwicklungsschüben und die normalen, mal mehr, mal weniger, schönen Dinge des Alltags lassen mich im Moment auf jeden Fall wieder meine Grenzen spüren. 
Ich halte mich zwar tendenziell für einen starken Charakter, aber das Durchhaltevermögen, welches man in der Rolle als Mutter erlangt scheint mir doch noch mal ein ganz Neues zu sein. 
So sitze ich hier also mit meiner Kugel auf dem Boden neben dem Kinderbett. Das Kind wurde grad, Tobsuchtsanfall bedingt, fast 45 Minuten in den Schlaf gesungen. Heut ging es eben nicht anders (wie gesagt, es gibt solche und solche Tage). Es ist Sonntag Abend, ein vielversprechender Film wartet auf mich, köstliches Essen und ich weiß, morgen stehe ich auf und es geht eben einfach weiter. Denn so ist es. 
Jeder Tag ist eine neue Chance, um Kraft und Geduld zu tanken, um auf das Ende eines Entwicklungsschubs zu hoffen, um die andauernde Übelkeit abzuschütteln oder einfach wieder aus tiefstem Herzen zu lachen.

Grundsätzlich scheint es mir so zu sein, dass man in der Rolle als Mutter nochmal neu lernen muss, auf sich selbst zu achten. Selbstachtung und -verantwortung ist ohnehin ein viel zu wenig diskutiertes Thema von großer Wichtigkeit. Aber bevor ich ein Kind hatte, galt es ja auch nur für mich Verantwortung zu tragen. Hatte ich mich übernommen und mein Körper oder Geist wollten nicht mehr, saß ich da eben und musste eine Lösung für mich finden. Jetzt kann ich es mir nicht mehr erlauben, "nicht mehr zu können". Mein Kind braucht mich, nahezu 24 Stunden am Tag. Ich kann ihm nicht sagen, dass Mama sich übernommen hat und deswegen grade leider kein Essen machen kann. Man muss so viel gestemmt kriegen und trotzdem stets probieren im Einklang mit sich und seiner Energie zu bleiben. Es ist ja keinem geholfen, wenn man bewiesen hat, dass man immer noch mehr und mehr und mehr kann und zur Belohnung zusammenbricht. Aber ich muss zugeben, dass es mir manchmal durchaus sehr schwerfällt, mich selbst an erste Stelle zu stellen und Dinge für mich einzufordern. Die Erwartungshaltung ist groß - von vielen Seiten, nicht zuletzt der eigenen. 
Und dabei gibt es so viele Dinge, die einem Kraft schenken. Man muss nur lernen, sie sehr achtsam wahrzunehmen. Muss ihnen Raum und Aufmerksamkeit schenken. 
Und nichtsdestotrotz - ich ziehe meinen Hut, vor all diesen Müttern, die Tag ein Tag aus, komme was wolle, weitermachen, lächeln und Kraft aus unterschiedlichsten Dingen schöpfen. 


P.s. Dieser Text soll ganz und gar nicht andeuten, dass Frauen, die keine Mütter sind, nicht mindestens genauso tiefe Momente haben. Ich kann grade wohl nur die Gründe für "mutterbedingte" Grenzerfahrungen besonders gut nachvollziehen.
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Zwei Schwangerschaften, zwei Empfindungen.

Freitag, 21. Oktober 2016


Die Wochen sind gezählt und ehe wir uns versehen werden wir ein weiteres kleines Engelchen in den Armen halten. Heute möchte ich euch mitnehmen und ein bisschen von meinen Schwangerschaften und den damit einhergehenden Veränderungen berichten.

Als ich mit Jacob schwanger wurde, hatte ich mir grade (mal wieder) vorgenommen meine Fitness etwas auf Vordermann zu bringen um mich wieder wohler im eigenen Körper zu fühlen. Im aller ersten Moment der Überraschung war ich dann aber erstmal so damit beschäftigt, diese wundervolle aber auch sehr ungeplante Nachricht zu verdauen, dass ich alles andere zur Seite schob. 
Ich war aufgeregt, ich hatte keine Ahnung was es überhaupt bedeutet schwanger zu sein. Was würde mit meinem Körper passieren ? Ich erinnerte mich sofort, dass meine Schwester in ihrer ersten Schwangerschaft gefühlt wochenlang nur gespuckt hatte und bekam die blanke Panik. 
Als meine Gynäkologin mich also über die "Basics der Schwangerschaft" aufklärte, hörte ich nicht nur ganz genau hin, sondern war direkt ziemlich verunsichert. So viele Verbote. So vieles das man beachten musste. Klar, Drogen jeder Sorte (und da gehören natürlich auch Zigaretten und Alkohol zu) waren ein Tabu. Aber plötzlich war da auch die Rede von Rohmilchkäse, Haare färben, rohem Fleisch/Fisch/Eiern, Medikamenten und etc.
Und zur Vorbeugung nehmen sie dann bitte auch direkt mal diese Ergänzungsmittel. Hallo Femibion. Aua Geldbeutel. Ich hatte mich eig bisher fit gefühlt und nicht wirklich eine Notwendigkeit in Zusatzpräparaten gesehen. Aber wie gesagt - keine Ahnung, verunsichert - immer her damit. 

Und los gings....

Die ersten Wochen zogen ins Land und mir war so ganz und gar nicht schlecht. Hallelujah dachte ich nur. Meine schlimmste Befürchtung war ausgeblieben. Aber dann, dann kam die große böse Müdigkeit. Und was für eine. Ich sags euch - ich hätte 24 Stunden am Tag schlafen können. Egal wo. Im Büro, in der Straßenbahn und am Esstisch. Zwischenzeitig fühlte ich mich wie ein Schlafwandler. Und diesmal ? Quasi keinerlei Müdigkeit. Vllt hier oder da mal ein Tag. Aber das wars. Dafür holte mich dieses Mal ganz böse die Übelkeit ein. Mir war wirklich dauerschlecht. Wenn man dann bereits ein Kind zuhause hat, dem man minimum 3 Mahlzeiten am Tag zubereitet, ist das manchmal gar nicht sooo leicht. Und es hielt sich wirklich recht lange. So, dass ich im Laufe der ersten Schwangerschaftsmonate fast 5 Kilogramm abnahm. 
Mein Essverhalten blieb weitestgehend normal. Ich entwickelte nur eine sehr sehr große Liebe für Mozzarella mit Tomaten. Ich bin ziemlich sicher, dass ich diese Kombination in der Hochphase wirklich tagtäglich gegessen habe. Auch jetzt, in meiner 2. Schwangerschaft. Dieses Mal sind besagte Spaghetti Carbonara hinzugekommen. Nachdem ich sie wahrscheinlich ein Mal die Woche koche, habe ich sie aber mittlerweile immerhin perfektioniert. Man muss das Ganze also positiv sehen :) 

Außerdem bekam ich in der ersten Schwangerschaft wirklich extreme Wassereinlagerungen ab dem Sommer, die sich natürlich auch hartnäckig bis zur Geburt hielten. Am Anfang fand ich das ganze noch recht unkompliziert. Wenn einem dann langsam aber sicher die Schuhe ausgehen (Hallo Birkenstock im Sommer, Hallo UGGs im Winter) und die Füße anfangen vor Schwellungen zu schmerzen, hört der Spaß dann doch recht schnell auf. Ich bin diesmal also heilfroh, in dieser Hinsicht verschont geblieben zu sein.

Ob Essverhalten, Übelkeit oder was auch immer. Diese beiden bisher erlebten Schwangerschaften könnten gar nicht unterschiedlicher sein. Ganz abgesehen davon, dass man an seinen Aufgaben und Erfahrungen wächst und ich mich somit in der zweiten Schwangerschaft selbstbewusster und stärker in meinen Entscheidungen und Handlungsweisen fühle. Irgendwie hatte ich von Anfang an das Gefühl, dass dieses zweite kleine Wesen in mir so ganz und gar anders sein musste als sein Brüderchen. Von Anfang an lief alles so konträr. Die Müdigkeit die ausblieb, die Übelkeit die mich umhaute, so gar keine Wassereinlagerungen (zumindest bisher, Klopf auf Holz!!) und der Bauch ist insgesamt auch deutlich kleiner und das Baby viel zärtlicher. 
Als wir vom Geschlecht noch keine Ahnung hatten, habe ich konsequent gesagt: Entweder dieses zweite Kind wird ein vollkommen anderer Charakter oder es muss sich schlichtweg um ein Mädchen handeln. Und dann haben wir ja auch schon die Bestätigung bekommen. Sollte sich die Ärztin also nicht geirrt haben - und von solchen Fällen hört man ja doch das ganz gerne mal - erwarten wir im Dezember unsere Tochter und sind von Herzen gespannt, was für eine tolle Persönlichkeit sie sein wird.

Und dann kann mir wohl fast jede Mutter beipflichten, dass die zweite Schwangerschaft ohnehin eine ganz andere Wahrnehmung erlangt als die erste. Die erste Schwangerschaft war für mich etwas so besonderes. Ja, natürlich, es waren bei uns nicht immer ganz leichte Umstände, aber nichtsdestotrotz, ich hatte alle Welt dieser Zeit mich voll und ganz auf das werdende Leben zu freuen und vorzubereiten. Insofern man sich denn vorbereiten kann, aber ihr wisst ja was ich meine. Meine Aufmerksamkeit galt meinem ungeborenen Sohn und das nahezu den ganzen Tag. Ich redete viel mit dem Baby, ölte ein, ging zur Schwangerschaftsvorbereitung. Ich habe unglaublich viele Fotos von der ersten Schwangerschaft, dokumentierte Veränderungen, schoss wöchentliche "Bauchbilder" und verfolgte die Entwicklung des Babys genauestens.
Jetzt in der zweiten Schwangerschaft, habe ich leider oft das Gefühl für diese Dinge keinen Raum oder auch einfach keine Kraft zu haben. Es gibt Tage, da holt mich mein schlechtes Gewissen sehr stark ein. Ich habe das Gefühl diesem zweiten, mindestens genauso besonderen, Kind nicht gerecht zu werden. Rede viel weniger und bin viel mehr im Hier und Jetzt mit Jacob beschäftigt. Wenn er mich braucht, dann braucht er mich eben. Ich finde es ist ein sehr schwieriger Spagat, der mit zunehmender Kinderanzahl sicherlich nicht leichter wird. 
Geht es da jemandem ähnlich ? Ich denke prinzipiell, dass es wohl der natürliche Lauf der Dinge ist, dass die erste Schwangerschaft die mit Abstand am meisten Beachtete ist und alle weiteren zwar nicht völlig belanglos, aber dennoch mehr hinter der Realität zurückstecken  müssen. Ab dem zweiten Kind, muss sich die Schwangerschaft in den vorhandenen Alltag einfügen und steht wohl oft an zweiter Stelle hinter dem bereits vorhandenen Kind.

Ach ja - habe ich erwähnt, dass wir 2014, Ich im 7. Monat schwanger, auch noch kurz geheiratet haben ? Dazu dann demnächst mehr....




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Schlaf, Kindlein, schlaf.

Donnerstag, 13. Oktober 2016



Was ich prinzipiell vorab sagen möchte und was mir sehr wichtig ist:
Das hier ist UNSERE Schlafroutine.
  • Natürlich haben wir auch Phasen die absolut katastrophal laufen. Sei es wegen Krankheit, Entwicklungsschub oder anderen nicht erklärbaren Gründen.
  • Wir haben einige Zeit gebraucht um diese Routinen für uns festzumachen. Auch wenn man alles identisch machen würde, jedes Kind ist individuell & Muster somit nicht übertragbar.
  • Wir haben uns zwar für den ein oder anderen Ablauf entschieden, aber das heißt natürlich nicht, dass Andere diese für richtig halten. Jeder sollte seinem eigenen Gespür und seinen eigenen Werten folgen.



Mir war eine feste Routine in Jacobs Schlafverhalten von Anfang an sehr wichtig. Natürlich hat er insbesondere die ersten Wochen ohnehin den halben Tag verschlafen, aber mit zunehmendem Alter merkte ich, dass die Wachphasen mehr und die Schlafphasen weniger wurden.
Wenn ich mich richtig erinnere (Hallo Schwangerschaftsdemenz), hat er fast bis zu seinem 1. Lebensjahr Vormittags zwischen 08.00 und 09.00 Uhr geschlafen, dann Mittags von 12.00 - 13.30 Uhr und ist abends stets gegen 18.00 Uhr ins Bett.

Mittlerweile hat sich die Schlafzeit auf einen Mittagsschlaf reduziert und seine Bettgehzeit ist gegen 19.00 Uhr. 
Jacob war von Anfang an ein wirklicher Frühaufsteher. Jetzt, mit fast 2 Jahren, schafft er es ab und zu mal bis 07.00 Uhr zu schlafen. Aber ansonsten habe ich mich im Laufe der Zeit an seinen 6 Uhr Rythmus gewöhnt. Phasenweise war es noch deutlich früher, das hat dann schon ganz schön am Wohlbefinden genagt. Aber mit 06 Uhr kann ich wirklich gut umgehen und in Ruhe in den Tag starten.

Welche "Hilfsmittel" nutzen wir also ? 
  • Bett mit Schlupfsprossen (1,40*0,70m)
  • Schlafsack, Decke, Spucktuch und Bettlaken - Aden Anais
  • Kinderkissen - Billerbeck
  • Kuscheltiere - Steiff
  • Spieluhr - Steiff
  • Nestchen und Himmel - Aßmus
  • Schlafanzug Wolle/Seide - Cosilana (dazu gab es hier auch einen Post)
  • Schnuller MAM Perfect

Offensichtlich bin ich großer AdenandAnais Fan. Ich habe ein paar Marken ausprobiert und finde, dass die Qualität von AdenandAnais mit Abstand die angenehmste und beständigste ist. Mal ganz abgesehen von den zuckersüßen Mustern.
Der Ein oder Andere mag sich über den rosa/blau-farbenen Himmel und das Nestchen wundern. Die Erklärung ist ganz einfach:
Der Farbton, welcher durch das Übereinanderlegen von Rosa und Blau entsteht, nennt sich "uterusfarben". Er entspricht dem Farbton, den das Baby bereits im Bauch wahrnehmen kann und vermittelt somit ein vertrautes und geborgenes Gefühl.
Für das Kettchen mit Schlupfsprossen haben wir uns entschieden, weil wir glauben, dass es ein gutes Übergangsbettchen ist. Jacob kann so problemlos morgens selbst aufstehen und zu uns kommen. 

Wie laufen diese 2 Schlafphasen am Tag ab ? 
Da Jacob seit Neuestem vormittags für ein paar Stunden in einer Betreuung direkt nebenan ist, hole ich ihn gegen 12.30 Uhr ab & kann ihn sofort problemlos ins Bett legen. Wir brauchen nur 2 Minuten nach Hause. Da ziehe ich ihm dann in Ruhe seinen Schlafanzug an, während er mir von seinem Vormittag berichtet. Dann lege ich ihn ins Bett, komme seiner Bitte nach "Mama singen" und brauche wirklich nur noch die Tür schließen.
Nach spätestens 1,5 Stunden wecke ich ihn dann aber, da er abends sonst nicht früh genug zur Ruhe kommt. 

Abends essen wir in der Regel gemeinsam gegen 18 Uhr Abendbrot. Während ich den Tisch decke, lasse ich Jacob meist "Maus" gucken. (Diese 30 Sekunden-Sequenzen von der Sendung mit der Maus und dem Elephanten). 
Nach dem Essen spielt Jacob dann noch eine Runde in Ruhe, bis es zum Zähneputzen geht. Das ist natürlich nicht grade der entspannteste oder einfachste Part - aber es hilft nix. Augen zu (Mund auf!) und durch ! Schnell noch das Gesicht und die Hände waschen und dann ist HEIA-ZEIT.





Ab dem Moment in dem es zurück ins Zimmer geht und der aktive Bettgeh-Part beginnt, probiere ich Blödeleien zu reduzieren und Jacob auf die Schlafenszeit einzustimmen. Dabei reden wir in erster Linie sehr viel miteinander. Ich habe das Windelwechseln stets als sehr wichtigen und äußerst intimen Moment mit meinem Kind betrachtet. Das geht mir auch heute noch so. Auch wenn Jacob zunehmend selbstständiger wird, ist es doch ein wichtiges Ritual abends gemeinsam seine Windel zu wechseln und den Schlafanzug anzuziehen. 
Dann sagen wir gefühlt der halben Welt Gute Nacht. Den Bäumen, den Tieren, dem Himmel und noch vielen mehr. Es wird gekuschelt und dann gehts ab ins Bett. Jetzt lese ich ihm noch EIN Buch seiner Wahl vor - unsere Favoriten findet ihr hier. Wenn er noch mehr lesen möchte, darf er das natürlich gerne, aber eben alleine. Also wandern in der Regel noch 2-3 weitere Bücher mit ins Bett. Dann singe ich ein Lied - entweder "Irische Segenswünsche" oder "Schlaf, Kindlein, schlaf" - wünsche dem kleinen Engelchen eine Gute Nacht, sage ihm, dass ich ihn liebe und verlasse sein Zimmer.
Er brabbelt dann oft noch ein Wenig vor sich hin oder liest seine Bücher. Was auch immer hilft runter zu kommen, ist seine Spieluhr. Ich pflege hier das Ritual eine bestimmte Spieluhr mit Schlafmelodie bereits in der Schwangerschaft abends dem Baby vorzuspielen. Und bei Jacob war es dann so, dass die Melodie ihn von Anfang zur Ruhe gebracht hat und beim Einschlafen half.

So haben wir also unterschiedliche Dinge und Verhaltensweisen, die wir beim Einschlafen nutzen.
Trotzdem - mal muss die Tür noch etwas aufbleiben, mal muss ich noch ein paar Mal zu ihm, um zu sagen, dass jetzt aber wirklich Ruhe ist, mal ist auch einfach sofort Ruhe. Das kommt sehr auf den Tag, das Erlebte und noch viele viele andere Dinge an.

Was sind eure Erfahrungen zum Thema Schlafroutine ? Habt ihr noch ein paar andere wertvolle Tipps ?


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(K)ein Geburtsbericht

Dienstag, 11. Oktober 2016



Da morgen meine nächste Untersuchung bei meiner Hebamme ansteht, möchte ich heute mal nutzen, um euch von meiner Erfahrung mit meiner Beleghebamme zu berichten.

Bereits in meiner ersten Schwangerschaft, habe ich mich sehr kurz nachdem der Test das große berühmte Strichlein anzeigte, für eine Zusatzbetreuung durch eine Hebamme entschieden. Ich rief also, kaum hatte mir die Ärztin die Schwangerschaft bestätigt, im Bonner Hebammenladen an und machte einen Termin mit einer der Hebammen aus. 
Auch wenn das jetzt 2,5 Jahre her ist, ist mir dieser Termin nach wie vor sehr präsent. Ich war ja noch vollkommen überfordert, hilflos und wusste so ganz und gar nicht was auf mich zukam. Aber die Art und Weise auf die meine Hebamme mich empfing und wahrnahm, verlieh mir von Anfang an ein sehr sehr vertrautes Gefühl. Da war jemand, der nach meinem Wohlbefinden fragte und nicht direkt einen Ultraschall machen wollte. Jemand, der verstand und respektierte, dass wir uns gegen jegliche zusätzlichen Vorsorgeuntersuchungen entschieden hatten. Jemand, der einfach zuhörte und so positiv und freudig vom Wunder der Geburt berichtete, dass ich Vorfreude statt Angst empfand. Was für ein erfrischend anderes und wunderschönes Gefühl. 

Für alle die nicht genau wissen, was es mit einer Beleghebamme auf sich hat:
Beleghebammen betreuen ein schwangere Frau durch die Schwangerschaft hinweg, unter der Geburt und in der Nachbetreuung. Hierbei ist (natürlich bis auf sehr spärliche Ausnahmen) garantiert, dass die Hebamme während der Geburt durchgehend für die Gebärende präsent ist und sich um keine weiteren Geburten kümmern muss. Es findet also eine Art 1:1 Betreuung statt. Wohingegen der Normalfall im Kreißsaal ja ist, dass auf eine Hebamme mehrere Gebärende kommen und diese sich somit immer wieder aufteilen muss. Die Schwangere hat durch die intensive Betreuung im Vorfeld die Möglichkeit die Hebamme näher kennenzulernen, Wünsche und Vorlieben zu kommunizieren um diese dann unter der Geburt umzusetzen. Es ist in der Regel ein vertrautes Verhältnis, mit viel Austausch und Vertrauen. 
Dies spiegelt wohl die groben Strukturen wieder, die genauen Abläufe einer durch eine Beleghebamme betreuten Geburt variieren natürlich und müssen entsprechend individuell besprochen werden.
Trotz der außergewöhnlichen und so verantwortungsvollen Arbeit, die freiberuflich arbeitende Hebammen in Deutschland leisten, haben sie in der Regel einen sehr schweren Stand. Die Entlohnung kann man wohl nur als Frechheit bezeichnen, ganz abgesehen von der verdienten fehlenden Anerkennung ihrer Leistung. Ich habe damals noch Glück gehabt und eine der letzten Chancen bekommen, eine Beleghebamme als Geburtsbegleitung haben zu dürfen. 

Ich jedenfalls, fühlte mich von Tag 1 genau am richtigen Ort. Die Betreuung in der Schwangerschaft war ruhig und verständnisvoll. Meine Gynäkologin neigte doch eher zu leichter Panikmacherei und Übervorsicht. Meine Beleghebamme steckte mich mit ihrem Vertrauen in die Abläufe der Natur an. Muss denn bei jeder Untersuchung ein Ultraschall erfolgen ? Ist es notwendig, junge und gesunde Frauen ohne auffällige Vorgeschichte in Zusatzvorsorgeuntersuchungen zu quatschen ? Teure Medikamente, die nicht vorhandene Defizite im Blutwert vorbeugen sollen ? Wofür ?
Meine Hebamme vertraute auf mein Bauchgefühl, fragte viel nach, fühlte und spürte. Und so fanden wir gemeinsam einen Weg uns auf die bevorstehende Geburt vorzubereiten. Eine Geburt auf die ich mich, ganz ehrlich, freute. Natürlich war ich aufgeregt, natürlich hatte ich Ehrfurcht vor dem was mich erwartete. Aber ich hatte wirklich keine Angst. Ich fühlte mich sicher mit meiner Betreuung und gut vorbereitet. 

Und hatte das besondere Glück eine entsprechende Geburt erleben zu dürfen. 

Es geht mir an dieser Stelle in keiner Weise darum, meinen Weg als den "richtigen" anzupreisen. Jeder muss seine eigenen Bedürfnisse wahrnehmen und sich entsprechend nach dem für ihn passenden Konzept umschauen. 
Aber bei all den traurigen oder erschreckenden Geburtserlebnissen von denen man immer wieder hört und liest, scheint ein positives Geburtserlebnis (leider) etwas zu sein, was man wohl erst viel später wirklich zu schätzen weiß. Ich möchte an dieser Stelle jedenfalls den Hebammen in diesem Land, meinen größten Respekt aussprechen. Ihr leistet einen unglaublichen und so unendlich wichtigen Job, der traurigerweise auf unterschiedlichen Ebenen nicht die verdiente Anerkennung erfährt, die ihm eigentlich zusteht. 

Abschließend möchte ich sagen, dass ich mich aus verschiedenen Gründen für meine zweite Geburt, für eine Entbindung im Geburtshaus entschieden habe. Bei Interesse berichte ich euch gerne mehr über meine Entscheidung und Erlebnisse.

Wie geht es euch mit dem Thema Geburtsbegleitung ? Habt ihr auch tolle Erfahrungen mit einer Beleghebamme gemacht ? Habt ihr Fragen oder Kommentare die ihr gerne loswerden möchtet ? Ihr seid immer herzlich willkommen Kommentare zu hinterlassen oder euch direkt bei mir zu melden !
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Kinderkleidung - Erkenntnisse und Neuzugänge

Donnerstag, 6. Oktober 2016



Ich habe mir überlegt diesen Post etwas genereller zu halten und nicht nur auf den Wandel der Sommer- zur Winterkleidung einzugehen. Hier sind also ein paar grundlegende Erkenntnisse, die ich im Laufe der letzten 2 Jahre für mich getroffen habe.

Als Jacob noch in meinem Bauch war, wusste ich gar nicht was ich alles zuerst kaufen sollte. Da sowohl mein Mann als auch ich aus der Textilbranche kommen, kann man wohl sagen, dass wir durchaus ein wenig modeaffin sind. Insbesondere ich, habe zugegebenermaßen also SEHR präzise Vorstellungen davon, was ich an Kleidung mag und was nicht. So tue ich mich ehrlich gesagt unglaublich schwer mit zu "bunter" Kleidung und Mustern fast jeder Art. Ich selbst trage, abgesehen von Ausnahmen, fast nur neutrale Farben wie schwarz, grau, weiß oder beige. Und da mein "armes" Kind noch nicht selbst bestimmen kann, was es trägt, muss es wohl meinen Geschmack ertragen :)
Weiterhin finde ich es irgendwie merkwürdig wenn kleine Kinder wie Erwachsene angezogen und zurecht gemacht werden. So süß einige Bilder bei Pinterest auch sein mögen, mein Kind soll ein Kind sein und nicht durch und durch gestylt durch die Gegend laufen. Dafür ist doch noch das ganze Leben Zeit.



Was mir besonders wichtig ist:

- Naturfasern und -materialien 
- Nachhaltigkeit
- Tragekomfort




Von Anfang an habe ich Kleidung aus Chemiefasern für Jacob gänzlich ausgeschlossen. Abgesehen davon, dass wir am Anfang mit starker Neurodermitis zu kämpfen hatten und aus diesem Grunde ohnehin auf besonders sanfte Materialien geachtet haben, merke ich, dass sowohl Haut als auch Atmungsverhalten von Jacobs Haut sofort auf Chemiefasern reagieren. Das gilt insbesondere für die Wäsche die direkt auf der Haut aufliegt. Also Unterwäsche, Nachtwäsche und Accessoires wie Mützen, Schals etc.



Unterwäsche hole ich grundsätzlich von Sanetta - ein alteingesessenes deutsches Unternehmen, mit Produkten die in Europa gefertigt werden, aus Biobaumwolle bestehen, den Ökotexstandard besitzen und als Sahnehäubchen auch noch unterschiedliche Kinderprojekte unterstützen. Ich merke hier einen deutlichen Unterschied zu zugegebenermaßen günstigeren aber in meiner Wahrnehmung, weniger wertigen, Unterwäscheherstellern wie H&M, C&A oder ähnlichen. 
Im Winter habe ich zusätzlich auch immer noch Wolle/Seide-Bodys von Cosilana oder Engel. Beides Unternehmen, die ausschließlich in Deutschland produzieren und fertigen. 



Bei Nachtwäsche habe ich bisher stets auf natürliche Materialien geachtet und die bequemsten Kombinationen in der Regel bei Petit Bateau gefunden. Nachdem ich vor einiger Zeit aber im Bonner Kinderfachgeschäft "Engelchen flieg" einkaufen war, habe ich nun beschlossen, ausschließlich auf Wolle/Seide-Kombinationen von Cosilana zu setzen. Jacob schwitzt in diesen deutlich weniger als in reiner Baumwolle. 






Die meisten Pullover und Hosen sind von ZARA. Ich sehe, dass seit Jacob vormittags in der Kita ist, ein enorm hoher Verschleiß an Teilen vor sich geht. Und das ist völlig in Ordnung - er soll sich austoben, klettern und rutschen so viel er will. Hauptsache er fühlt sich in seiner Kleidung wohl. Ich achte auch hier darauf, dass sich alle Teile aus Wolle unterschiedlichster Art befinden, möchte aber einfach kein Vermögen mehr in sie stecken. Bei ZARA finde ich wirklich modische Teile zu erschwinglichen Preisen.






Gar keine Frage, die von mir gepriesene Nachhaltigkeit kann hier nicht mehr bedient werden, aber ich fürchte, dass ich wohl an diesem Punkt Einbußen machen muss. Grundsätzlich probiere ich stets eine ausgewogene Mischung an High Street Labels (ZARA, H&M, GAP etc), besonders nachhaltigen und ökologischen Labels (Cosilana, Pickapooh, Engel etc) und schicken hochpreisigen Marken (Burberry, Ralph Lauren etc) zu gewährleisten.

Bei Baby- beziehungsweise Kinderschuhen war uns von Anfang an wichtig, auf gute Lederschuhe zu setzen und uns bei jedem Schuhkauf ausgiebig und persönlich beraten zu lassen. Ich kann mir daher für uns nicht vorstellen, Schuhe für Jacob online zu kaufen und genieße die Beratung im Geschäft ehrlich gesagt auch sehr.
Sein aktuellstes Paar haben wir gerade im Kinderfachgeschäft "Calino" in Düsseldorf-Oberkassel gekauft und sind auch dort professionell, mit Liebe und Leidenschaft für das Produkt beraten worden. Ich habe, allein aus optischen Gründen, ja doch sehr mit kleinen UGGs für Jacob geliebäugelt, mich aber nach einem langen Gespräch mit der Inhaberin doch wieder für einen festsitzenden Lederschuh entschieden. Diesen Winter ist es ein Boot von "Blundstone" geworden. Die sind besonders anschmiegsam bei Jacobs recht breiten Füßen, sitzen schön hoch am Knöchel (und geben somit den notwendigen Halt) und man kann bei kälteren Temperaturen auch noch eine Lammfellsohle einlegen. Nach dem letzten doch sehr sehr milden Winter, haben wir beschlossen zunächst einmal auf "richtige" gefütterte Winterstiefel zu verzichten und diese dann, falls nötig, einfach noch später zu besorgen.


Abschließend möchte ich nochmal ganz deutlich sagen, dass die wohl wichtigste Erkenntnis der letzten 2 Jahre für mich ist, dass mein Kind sich in seiner Kleidung wohlfühlen soll. Das betrifft für mich in erster Linie die Materialien als auch den Schnitt der jeweiligen Kleidung.
Ich habe zum Beispiel immer mehr den Eindruck gewonnen, dass Jeanshosen in nahezu jeder Form Jacob beim Spielen einengen. Aus diesem Grund schaue ich bewusst darauf, auf solche zu verzichten. Ich habe für den Winter stattdessen ein paar stretchige Baumwollhosen gefunden, die eine Jeans-Optik haben oder wie eine Art Jegging sitzen.

Habt ihr Interesse daran, weitere Neuzugänge aus Jacobs Wintergarderobe zu sehen oder vielleicht zu erfahren wie ich diese zusammensetze ? Dann lasst mich dies gerne wissen und ich ergänze ein paar Fotos und Kommentare.
Und wie sehen die Kleiderschränke eurer Kleinen aus ? Habt ihr Labels auf die ihr gar nicht verzichten könnt ? Ich würde mich freuen von euch zu hören.

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3 Jahre später.

Sonntag, 2. Oktober 2016



In Anbetracht dessen, dass in sehr absehbarer Zeit der nächste kleine Erdenbürger das Licht dieser Welt erblickt und Teil unserer Familie ist, habe ich viel und oft darüber nachgedacht wie ich mich im Laufe der letzten Jahre wohl verändert habe.

Da ist zum einen die oberflächliche, allen ersichtliche Komponente. Ich bin jetzt also Mutter, ich bin verheiratet, wohne mit meiner Familie zusammen in unserem Zuhause. Ich bin tagsüber damit beschäftigt für meine Familie zu sorgen - meine Berufsbezeichnung ist also, ganz bürokratisch gesagt, "Hausfrau". 
Aber hat das Muttersein mich verändert? Hat die vor 2 Jahren geschlossene Ehe etwas ausgelöst? Oder Hong Kong vielleicht? Ich glaube von allem etwas. Ich merke aber zunehmend, dass sich eine Menge verändert hat. Ich bin ein ganz anderer Mensch geworden. Im Kern natürlich derselbe, aber abgesehen vom natürlichen Heranreifen mit zunehmendem Alter, haben die doch sehr prägenden Ereignisse der letzten 3 Jahre wohl einen neuen Menschen aus mir gemacht.

Ich war stets ein Mensch, der einen sehr genauen Plan haben musste und dieser durfte vor allem unter keinen Umständen abweichen. Das hat mich aus dem Konzept gebracht, genervt, verärgert.
Was wenn man also, ganz und gar nicht dem Plan entsprechend, plötzlich schwanger ist? Alle bisherigen Pläne wurden über Bord geworfen und wir mussten ganz neu ausloten wie wir die (zumindest nahe) Zukunft angehen wollten. Als Jacob dann erstmal auf der Welt war, habe ich erst realisiert, dass von nun an so ziemlich alles (!) relativ unvorhersehbar und insbesondere unplanbar ist. Ein Kind wird krank, wenn es krank wird.
Ein Kind schläft schlecht, wenn es nun mal eine schlechte Nacht hat. Die Dinge kommen in jeglicher Hinsicht, wie sie eben kommen. Und das kann man schlichtweg nicht ändern. Ihr könnt euch wohl nur im Ansatz vorstellen wie hart diese Veränderung für mich war. Ich habe ziemlich lang an ihr geknabbert. Vor allem an der Tatsache, dass ich nun kein ganz eigenständiger Mensch mehr bin, sondern dass jemand anderes meinen Alltag, meine Entscheidungen für mich bestimmt. Denn ich glaube fest daran, dass man sich als Mutter (Eltern) eben nach dem kleinen Wesen richten muss, nicht anders herum. Ich bin sicher, dass es einige Familien gibt, die dies anders sehen und leben. Aber für mich ist es sehr wichtig, dass (zumindest in den ersten entscheidenden Jahren), die Bedürfnisse meines Kindes, eben vor meine gehen.
So habe ich für mich gelernt die Dinge deutlich gelassener zu nehmen. Das gelingt mir natürlich mal besser und mal schlechter. Aber prinzipiell merke ich, dass ich es besser annehmen kann, wenn das Leben einfach gegen den eigenen Plan läuft.

Weiterhin kann ich wohl sagen, dass das Muttersein einen viel offeneren Mensch aus mir gemacht hat. Ich kann, ohne im Nachhinein besonders stolz darauf zu sein, sagen, dass ich ein sehr schnell und hart urteilender Mensch gewesen bin. Abgesehen davon, dass Lästereien (insbesondere offensichtliche) ein absoluter respektloser und trauriger Akt sind, ist es mir einfach verdammt leicht gefallen, lieber schnell zu verurteilen anstatt den Menschen um mich herum ihren Raum zu geben. Wie vermutlich vieles, ist dies aus einem großen Stück Unsicherheit heraus geschehen. Schade und inakzeptabel ist es trotzdem. Jetzt wo ich Mutter bin, sehe ich solch unterschiedliche Züge an unterschiedlichsten Menschen. Und es fällt mir, zumindest fast immer, sehr leicht, diese zu akzeptieren wie sie sind. Denn es gibt hier kein Richtig, kein Falsch. Es ist gleich wie du dein Kind erziehst/anziehst/behandelst/fütterst etc., jeder hat seine ganz und gar eigene Art und Weise. Und niemand, aber wirklich niemand, sagt mir, dass meine die bessere oder richtigere sei. Natürlich finde ich es in Ordnung eine Meinung zu haben, denn ich habe mich ja bewusst für die Dinge entschieden die ich praktiziere. Aber das gibt mir noch lange nicht das Recht, die Art und Weise anderer Menschen zu verurteilen.
Leider muss man sagen, dass grade wenn es um das Thema Kind geht, viele Menschen einen ganz besonders ausgeprägten Sinn dafür haben, (ungefragt) ihre eigene Meinung kund zu tun und diese als die einzig Wahre zu preisen. Ich vermute mal, dass es sich dabei schlichtweg um ein in der Gesellschaft verankertes Problem handelt. Hier habe ich gelernt, dass Gelassenheit und Selbstbewusstsein die einzig passende Antwort darstellen.

Was mich zwischendurch auch immer mal wieder Inne halten lässt, ist die Selbsterkenntnis, dass ich wohl um einiges weniger abenteuerlustig und stattdessen spießiger geworden bin. Ich erinnere mich an das dringende Bedürfnis "raus" zu kommen. Die Welt zu entdecken, nicht an Morgen zu denken. Fürs Erwachsensein hat man doch noch das ganze Leben Zeit. Und dann ? Ich weiß gar nicht genau was das Gefühl ausgelöst hat, aber plötzlich war mein größtes und dringendstes Bedürfnis ein schönes, warmes Zuhause zu haben. Von guter Bettwäsche über hochwertige Töpfe und genau diesen einen Brotkorb, es scheint manchmal als würde mir mein Kopf einen Streich spielen. Ist das wohl Evolution ? Der so oft gelesene Begriff vom Nestbautrieb ? Das Kind ist da und die Frau wird zur Mutti ? Mir war und ist bis heute sehr wichtig, dass ich keine "Über-Mutti" bin. Ich fühle mich zu jung und zu anders um mich mit diesem Begriff zu identifizieren. Aber ich muss wohl zugeben, dass die Lebensform Familie mich oft in meine Kindheit und mein Zuhause katapultiert. Und ich kann gar nicht sagen, wie stolz ich auf eben jenes Zuhause bin. Ich würde wohl das allermeiste genau wie meine Eltern machen. Und dazu gehört nun mal auch, ein tolles Zuhause (in unterschiedlichster Hinsicht) zu haben. Und genau das probiere ich jetzt für mich und meine Familie zu realisieren, auf meine eigene Art und Weise.

Auch unsere Ehe hat mich wohl einiges gelehrt und mich in meinem Charakter verändert. Als wir uns entschlossen, diesen großen Schritt zu gehen, war uns bewusst, dass wir uns verhältnismäßig doch nur recht kurz kannten. Ein Baby war im Anmarsch, mein Mann seit 1,5 Jahren beruflich im Ausland und wir hatten noch nicht einen einzigen Tag zusammen in einer eigenen Wohnung gewohnt. Man könnte sagen, dass das sehr tollkühn war. Wir haben aber von Anfang an über eine gemeinsame Zukunft gesprochen und unsere Wertvorstellungen ausgetauscht. Und für uns war somit klar, dass wir in einer Ehe einen Verbund sahen, der über den einer üblichen Beziehung hinausgeht.
Ich denke weiterhin, dass mir dieser doch sehr traditionelle Bund in Anbetracht meiner Schwangerschaft noch deutlich wichtiger wurde. Jetzt sind wir mehr als 2 Jahre verheiratet. Haben lernen müssen miteinander zu wohnen, haben uns in unserer Rolle als Eltern zurecht finden müssen (und werden dies wohl noch ein Leben lang) und ein enormes Abenteuer wie Hong Kong gemeistert. Bei all den Texten und Gesprächen über unsere sogenannte "beziehungsunfähige Generation", die keine Verbindlichkeiten eingehen will und das Arbeiten an einer Beziehung scheut, fühle ich mich doch sehr dankbar eine Partnerschaft wie meine gefunden zu haben. Natürlich treiben wir uns von Zeit zu Zeit in den Wahnsinn. Aber ich habe gelernt für etwas zu kämpfen, zu reden, zu akzeptieren und gelassener zu sein. 

Mein Kind hat mich letztendlich Demut und bedingungslose, tiefe, fast schmerzende Liebe gelehrt.
Es klingt so stereotypisch und einfach gesagt. Aber das ist es ganz und gar nicht. Ich habe das erste Jahr als sehr hart empfunden. Das Zurechtfinden in einer solch neuen Rolle, eine Familie mit eigenen Werten aufzubauen und trotz sehr harter Phasen nie den Mut oder Optimismus zu verlieren. Das verlangt einem einiges ab. Und ich kann so wütend sein auf mein Kind oder genervt - denn ich bin auch nur ein Mensch. Aber es gibt Momente und Empfindungen, die gehen so tief ins Herz, dass ich kaum weiß wohin mit meinem Glück. In denen der Rest der Welt so umbedeutsam und klein wirkt, wenn ich doch nur dieses kleine Händchen in meiner großen Hand halte. Ich wünsche jedem um mich herum, dass er ein solches Glück und solch bedingungslose Liebe einmal empfinden darf.

Das war dann jetzt aber auch genug an Selbsterkenntnis für den heutigen Sonntag! Könnt ihr vielleicht das ein oder andere Szenario nachempfinden oder habt bei euch selbst auch Veränderungen festgestellt ? Ich freue mich sehr über ein Feedback und wünsche euch allen noch einen schönen Sonntag Abend.
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