Zwei Schwangerschaften, zwei Empfindungen.

Freitag, 21. Oktober 2016


Die Wochen sind gezählt und ehe wir uns versehen werden wir ein weiteres kleines Engelchen in den Armen halten. Heute möchte ich euch mitnehmen und ein bisschen von meinen Schwangerschaften und den damit einhergehenden Veränderungen berichten.

Als ich mit Jacob schwanger wurde, hatte ich mir grade (mal wieder) vorgenommen meine Fitness etwas auf Vordermann zu bringen um mich wieder wohler im eigenen Körper zu fühlen. Im aller ersten Moment der Überraschung war ich dann aber erstmal so damit beschäftigt, diese wundervolle aber auch sehr ungeplante Nachricht zu verdauen, dass ich alles andere zur Seite schob. 
Ich war aufgeregt, ich hatte keine Ahnung was es überhaupt bedeutet schwanger zu sein. Was würde mit meinem Körper passieren ? Ich erinnerte mich sofort, dass meine Schwester in ihrer ersten Schwangerschaft gefühlt wochenlang nur gespuckt hatte und bekam die blanke Panik. 
Als meine Gynäkologin mich also über die "Basics der Schwangerschaft" aufklärte, hörte ich nicht nur ganz genau hin, sondern war direkt ziemlich verunsichert. So viele Verbote. So vieles das man beachten musste. Klar, Drogen jeder Sorte (und da gehören natürlich auch Zigaretten und Alkohol zu) waren ein Tabu. Aber plötzlich war da auch die Rede von Rohmilchkäse, Haare färben, rohem Fleisch/Fisch/Eiern, Medikamenten und etc.
Und zur Vorbeugung nehmen sie dann bitte auch direkt mal diese Ergänzungsmittel. Hallo Femibion. Aua Geldbeutel. Ich hatte mich eig bisher fit gefühlt und nicht wirklich eine Notwendigkeit in Zusatzpräparaten gesehen. Aber wie gesagt - keine Ahnung, verunsichert - immer her damit. 

Und los gings....

Die ersten Wochen zogen ins Land und mir war so ganz und gar nicht schlecht. Hallelujah dachte ich nur. Meine schlimmste Befürchtung war ausgeblieben. Aber dann, dann kam die große böse Müdigkeit. Und was für eine. Ich sags euch - ich hätte 24 Stunden am Tag schlafen können. Egal wo. Im Büro, in der Straßenbahn und am Esstisch. Zwischenzeitig fühlte ich mich wie ein Schlafwandler. Und diesmal ? Quasi keinerlei Müdigkeit. Vllt hier oder da mal ein Tag. Aber das wars. Dafür holte mich dieses Mal ganz böse die Übelkeit ein. Mir war wirklich dauerschlecht. Wenn man dann bereits ein Kind zuhause hat, dem man minimum 3 Mahlzeiten am Tag zubereitet, ist das manchmal gar nicht sooo leicht. Und es hielt sich wirklich recht lange. So, dass ich im Laufe der ersten Schwangerschaftsmonate fast 5 Kilogramm abnahm. 
Mein Essverhalten blieb weitestgehend normal. Ich entwickelte nur eine sehr sehr große Liebe für Mozzarella mit Tomaten. Ich bin ziemlich sicher, dass ich diese Kombination in der Hochphase wirklich tagtäglich gegessen habe. Auch jetzt, in meiner 2. Schwangerschaft. Dieses Mal sind besagte Spaghetti Carbonara hinzugekommen. Nachdem ich sie wahrscheinlich ein Mal die Woche koche, habe ich sie aber mittlerweile immerhin perfektioniert. Man muss das Ganze also positiv sehen :) 

Außerdem bekam ich in der ersten Schwangerschaft wirklich extreme Wassereinlagerungen ab dem Sommer, die sich natürlich auch hartnäckig bis zur Geburt hielten. Am Anfang fand ich das ganze noch recht unkompliziert. Wenn einem dann langsam aber sicher die Schuhe ausgehen (Hallo Birkenstock im Sommer, Hallo UGGs im Winter) und die Füße anfangen vor Schwellungen zu schmerzen, hört der Spaß dann doch recht schnell auf. Ich bin diesmal also heilfroh, in dieser Hinsicht verschont geblieben zu sein.

Ob Essverhalten, Übelkeit oder was auch immer. Diese beiden bisher erlebten Schwangerschaften könnten gar nicht unterschiedlicher sein. Ganz abgesehen davon, dass man an seinen Aufgaben und Erfahrungen wächst und ich mich somit in der zweiten Schwangerschaft selbstbewusster und stärker in meinen Entscheidungen und Handlungsweisen fühle. Irgendwie hatte ich von Anfang an das Gefühl, dass dieses zweite kleine Wesen in mir so ganz und gar anders sein musste als sein Brüderchen. Von Anfang an lief alles so konträr. Die Müdigkeit die ausblieb, die Übelkeit die mich umhaute, so gar keine Wassereinlagerungen (zumindest bisher, Klopf auf Holz!!) und der Bauch ist insgesamt auch deutlich kleiner und das Baby viel zärtlicher. 
Als wir vom Geschlecht noch keine Ahnung hatten, habe ich konsequent gesagt: Entweder dieses zweite Kind wird ein vollkommen anderer Charakter oder es muss sich schlichtweg um ein Mädchen handeln. Und dann haben wir ja auch schon die Bestätigung bekommen. Sollte sich die Ärztin also nicht geirrt haben - und von solchen Fällen hört man ja doch das ganz gerne mal - erwarten wir im Dezember unsere Tochter und sind von Herzen gespannt, was für eine tolle Persönlichkeit sie sein wird.

Und dann kann mir wohl fast jede Mutter beipflichten, dass die zweite Schwangerschaft ohnehin eine ganz andere Wahrnehmung erlangt als die erste. Die erste Schwangerschaft war für mich etwas so besonderes. Ja, natürlich, es waren bei uns nicht immer ganz leichte Umstände, aber nichtsdestotrotz, ich hatte alle Welt dieser Zeit mich voll und ganz auf das werdende Leben zu freuen und vorzubereiten. Insofern man sich denn vorbereiten kann, aber ihr wisst ja was ich meine. Meine Aufmerksamkeit galt meinem ungeborenen Sohn und das nahezu den ganzen Tag. Ich redete viel mit dem Baby, ölte ein, ging zur Schwangerschaftsvorbereitung. Ich habe unglaublich viele Fotos von der ersten Schwangerschaft, dokumentierte Veränderungen, schoss wöchentliche "Bauchbilder" und verfolgte die Entwicklung des Babys genauestens.
Jetzt in der zweiten Schwangerschaft, habe ich leider oft das Gefühl für diese Dinge keinen Raum oder auch einfach keine Kraft zu haben. Es gibt Tage, da holt mich mein schlechtes Gewissen sehr stark ein. Ich habe das Gefühl diesem zweiten, mindestens genauso besonderen, Kind nicht gerecht zu werden. Rede viel weniger und bin viel mehr im Hier und Jetzt mit Jacob beschäftigt. Wenn er mich braucht, dann braucht er mich eben. Ich finde es ist ein sehr schwieriger Spagat, der mit zunehmender Kinderanzahl sicherlich nicht leichter wird. 
Geht es da jemandem ähnlich ? Ich denke prinzipiell, dass es wohl der natürliche Lauf der Dinge ist, dass die erste Schwangerschaft die mit Abstand am meisten Beachtete ist und alle weiteren zwar nicht völlig belanglos, aber dennoch mehr hinter der Realität zurückstecken  müssen. Ab dem zweiten Kind, muss sich die Schwangerschaft in den vorhandenen Alltag einfügen und steht wohl oft an zweiter Stelle hinter dem bereits vorhandenen Kind.

Ach ja - habe ich erwähnt, dass wir 2014, Ich im 7. Monat schwanger, auch noch kurz geheiratet haben ? Dazu dann demnächst mehr....




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