2016. Eine Liebeserklärung.

Dienstag, 3. Januar 2017



Was für ein Jahr. Mal wieder.

Ich habe das Gefühl, die Herausforderungen denen ich mich und wir uns stellen, reißen nicht ab. 
Ein ruhiges, einfach vor sich hinlaufendes Jahr ? Keine Ahnung wann ich das zuletzt hatte. Ich weiß auch nicht, ob es das überhaupt gibt oder geben soll. Denn ist das nicht Leben ? 
365 Tage hat das Jahr und auch wenn einem das erstmal recht viel vorkommt, rast die Zeit jedes Jahr aufs Neue doch wieder an einem vorbei. Und weil wir alle nur Menschen sind, sind Freud und Leid nicht nur nah beieinander, sondern vermutlich ganz normaler Bestandteil dieser 365 Tage. 
Ganz abgesehen von den Geschehnissen dieser Welt die wir nicht direkt am eigenen Leib verspüren, gehören Krankheit, Enttäuschung oder Schmerz genauso zu unserem Alltag wie die Liebe oder ein Bauchschmerz-auslösendes Lachen.
Ich jedenfalls habe das Gefühl, dass insbesondere die letzten 3 Jahre es wirklich in sich gehabt haben. Und ich bin mal so mutig & wage zu behaupten, dass es daran liegt, dass ich meinen Mann kennengelernt habe. Oder zumindest ist er wohl der Ursprung für so manche bedeutende Wendung in meinem Leben.

Du und ich. Wir waren uns einig. Und das von Anfang. Wir wollten kein "08/15"-Leben. Wir wollten hoch hinaus, auf allen erdenklichen Ebenen. 

Aber zunächst einmal auf der Karriereleiter. Und dann kam alles anders. Das Studium beendet, die Liebe im Ausland & ich alleine mit dem positiven Schwangerschaftstest in der Hand. Halleluja. 

2014 war ein Jahr, in dem ich lernen musste, meine eigentlichen Pläne (meine akribisch und penibel durchgeplanten Zukunftsträume) gehen zu lassen und mit dem neuen, für mich geschaffenen Weg, im Einklang zu sein. Das war verdammt hart. Nicht, weil ich das in mir heranwachsende Leben nicht geliebt habe, sondern weil ich niemand bin, der besonders gut mit ungeplanten Situationen umgehen kann. (Und da möchte ich an dieser Stelle doch mal anmerken, dass das Kinder-haben einem diese Fähigkeit zum Glück von ganz allein antrainiert. Ob man will oder nicht.)
Höhepunkte waren unsere Hochzeit, die sehr spontan und trotzdem - oder grade deswegen ? - wunderschön war und zur Krönung, die ebenfalls schöne Geburt unseres gesunden Sohnes. Überforderung und tiefe Liebe gingen von da an Hand in Hand.

2015 war darauffolgend eine besonders große Herausforderung für mich. Nicht nur, dass ich eine frisch gebackene Mama war, nein, wir sind zu Beginn des Jahres zu meinem Mann nach Hong Kong gezogen. 
Eine Erfahrung, die ich nicht mehr missen möchte, die mich aber auch an meine Grenzen gebracht hat. Denn abgesehen vom großen Abenteuer und den Vor- und Nachteilen des Alltags in einer ganz und gar anderen Kultur, hat mir als junge, sehr familienorientierte Mutter, vor allem meine eigene Familie gefehlt. Um Rat bei meiner eigenen Mutter zu suchen, als Unterstützung in anstrengenden Zeiten oder auch einfach um beisammen zu sein. Es war ein schönes aber hartes Jahr. Für mich aber auch für uns als Paar. Da muss man wohl keinen Hehl draus machen. Ich halte das für sehr normal in einer solchen Situation.

Und damit wären wir auch schon im Hier und Jetzt. 2016.
Wir sind zurückgekehrt nach Deutschland. Wir wollten das tun, was für uns als Familie das "Richtige" ist. Das hat Kraft gekostet und viel Akzeptanz und Verständnis füreinander.
Und plötzlich war da ein neues Leben in mir. Zu einem vermeintlich nicht besonders guten Zeitpunkt - wieder einmal. Wir haben unsere erste gemeinsame Wohnung in Deutschland gefunden und bezogen. Unser Zuhause. Wir haben Arbeit gesucht. Und wie. Und schließlich kam Greta zur Welt und wir wussten, dass egal was dieses Jahr gebracht hat, sie ist das größte Glück. Dieses kleine Wunder hat unsere Familie vollendet. 

Du und Ich. Wir waren uns einig. Und das von Anfang. Wir wollten kein "08/15"-Leben. Wir wollten hoch hinaus, auf allen erdenklichen Ebenen.


Und das sind wir nun. Wir sind so hoch hinaus, dass die meisten um uns herum noch gar keine Vorstellung davon haben, was es wirklich bedeutet, Erfüllung zu spüren. 
Wir sind eine Familie. 
Ja, das Konzept mag nicht für jeden das Richtige sein. Aber wir, wir haben unser Glück gefunden. Wir haben uns angeschaut, die 2 Kinder auf dem Schoß, und wussten: das ist es. Das ist der Grund warum wir auf dieser Erde sind, warum wir uns gefunden haben. 
Auch wenn ich vor 3 Jahren niemals geglaubt hätte, diese Zeilen jetzt zu schreiben, tue ich dies nun mit größtem Stolz. Ich gehe ins Bett in meinem behüteten Zuhause, schaue noch einmal nach unseren 2 gesunden und glücklichen Kindern und darf mich dann neben den Mann legen, der für uns sorgt und uns so das Leben ermöglicht, das wir leben. 

Wir kennen uns nicht ewig aber wir haben Dinge erlebt und überlebt, an denen andere Beziehungen längst gescheitert wären. Wir sind bereits jetzt, in unseren wirklich jungen Jahren, durch so einige Täler geschritten und haben uns Herausforderungen gestellt (und stellen müssen), die alles andere als spaßig waren. Aber hier sind wir - nach wie vor. Nicht mehr nur als Paar, sondern von nun an als  Eltern, als Familie mit 2 Kindern.


2017 kann kommen. Denn da stehen bereits jetzt wieder ein paar Herausforderungen an. Und auch die werden wir meistern.

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