After-Baby-Body? Nein, danke !

Montag, 30. Januar 2017






Diese Woche beginnt meine neue Reihe unter dem Motto "Valeria-Sophie wird (hoffentlich) fit."
Doch bevor ich meine wöchentlichen Updates beginnen werde, möchte ich den Moment noch nutzen, um etwas Wichtiges anzusprechen und klarzustellen.

Den Begriff des "After-Baby-Body" finde ich ehrlich gesagt furchtbar. Er impliziert Erwartungshaltung und reduziert die Frau nach der Geburt letztendlich nur auf Äußerlichkeiten. Was ist mit der einzigartigen Leistung, die wir grade erst bei der Geburt vollbracht haben ? Was mit den Hormonen, die uns bestimmen ? Oder dem Kraftakt danach, der sich Alltag nennt ? Ich bin mehr als nur der After-Baby-Body und wie gut ich meine Figur im Griff habe. 
Ich leiste täglich Wunder (größer und kleinerer Natur) und mein Körper zieht mit: durch Geburt, Schlafentzug und maximale Beanspruchung des Nervenkostüms. Er nährt mein Baby und gibt mir die Kraft zigmal nachts aufzustehen und jeden Tag trotzdem zu bewältigen, als hätte man 9 Stunden wie ein Baby geschlafen. Also danke dafür ! 

Jetzt möchte ich meinem Körper etwas zurückgeben. Ihn mit gesundem Essen gut versorgen und uns beiden mit ein wenig Training mehr Energie schenken.

Es ist unglaublich (traurig), wie sehr sich die Einstellung zu unserem Körper nach der Schwangerschaft in der Gesellschaft verändert hat. Magazine, Blogs und andere Medien suggerieren, dass man als Frau einen besonders tollen Job geleistet hat, wenn man das Krankenhaus/Geburtshaus/was auch immer, verlässt und am Besten aussieht als wäre man nie schwanger gewesen. Prominente mögen vielleicht unter besonders großem Druck der Öffentlichkeit stehen, pushen diese Wahrnehmung aber nur noch weiter nach Vorne.
Ich weiß noch genau, dass das Bild von Kate unglaublich bejubelt wurde. "Wie toll sie aussieht und das direkt nach der Geburt", keine Anzeichen von Stress oder Müdigkeit. Ihrem Aussehen nach hätte sie wohl auch genauso gut auf dem Weg zu einem Kaffeetreff sein können. Alle Anzeichen des Wunders, welches sie grade erst vollbracht hatte, wurden weggeschminkt und zurecht gemacht. Versteht mich nicht falsch - ich möchte gar nicht sagen, dass jede Frau nach der Geburt ungeschminkt in Trainingshose herumlaufen muss. Aber ich möchte sagen, dass doch bitte jeder selbst für sich entscheiden soll, wie er sich wohlfühlt. Insbesondere in einer solch einzigartigen Zeit. Eine Geburt erlebt jede Frau so individuell. Manch einer möchte sich wochenlang zurückziehen und gar nicht rausgehen. Wiederum andere haben das dringende Bedürfnis, sich nach der langen Schwangerschaft endlich wieder zurecht zu machen und fühlen sich direkt viel wohler im eigenen Körper. Dieses Bedürfnis variiert nicht nur von Frau zu Frau, sondern auch von Kind zu Kind. 

Ich weiß noch, dass die letzten Wochen in der Schwangerschaft mit Jacob, körperlich doch recht fordernd waren. Ich hatte unfassbare Wassereinlagerungen, fühlte mich aufgequollen und weiß Gott nicht mehr besonders attraktiv. Ganz abgesehen von den damit einhergehenden Schmerzen. Als Jacob also auf der Welt war und mein Körper sich ganz von selbst langsam zurückbildete, hatte ich das Bedürfnis mich wieder etwas mehr zurecht zu machen. 
Die letzten Wochen der Schwangerschaft hatte ich nämlich ausschließlich in Schlabberkleidung und meist ungeschminkt verbracht. Also nahm ich mir (wenn möglich) morgens die 15 Minuten für mich. Um mich besonders schön zu fühlen, um ein paar Minuten für mich zu haben. Aber ehrlich gesagt auch, um meinem Umfeld zu zeigen: ich bin jetzt zwar Mutter, das heißt aber nicht, dass ich nicht mehr attraktive Frau bin.
ZACK - da ist er, der Druck. Ich wollte definitiv auch etwas beweisen und bekam auch das entsprechende Feedback. Das hat mich zwar für den Moment sehr glücklich gemacht, aber nicht lange gehalten. Denn letztendlich war es völlig egal wie ich aussah, als ich dann nächtelang ein schreiendes Baby durchs Haus getragen habe. Da war ungeschminkt sein sogar gar nicht schlecht, denn ich habe geweint wie ein Schlosshund, viel und oft. Diese neue Situation, die Hormone - es ist ziemlich viel.
Als Greta vor ein paar Wochen geboren wurde, habe ich mir bewusst weniger Stress gemacht. Hallo ? Ich habe zwei gesunde, wundervolle Kinder geboren. ICH. Ganz allein. Da muss ich überhaupt niemandem mehr irgendetwas beweisen. Und wenn ich ab jetzt für immer ungeschminkt in Schlabberklamotten rumlaufen möchte, dann darf ich auch das. 
Und nach 10 Tagen hat sich dann ein ganz natürliches Bedürfnis eingestellt. Ich habe in Ruhe geduscht, habe mich leicht geschminkt und sogar wieder die alten Jeans angezogen. Das war perfekt für mich. Ich habe mich rundum wohlgefühlt. 


Und jetzt bin ich mal so mutig und zeige euch dieses Bild. Entstanden ist es 10 Tage nach Jacobs Geburt. Und ja, so sieht das aus. Ein Netz aus Schwangerschaftsstreifen. Ich würde wohl übertreiben, wenn ich sagen würde, dass ich sie wunderschön finde. Aber ich schäme mich definitiv nicht. Die einen bleiben verschont, die anderen bekommen sie in heftigem Ausmaß. Es bleibt, egal wie stark sie sind, ein Zeichen für das Wunder, das wir vollbracht haben. Wir haben ein Kind in uns getragen, nicht nur getragen, sondern herangewachsen. Da sind ein paar unschöne Streifen wohl das kleinste Übel.
Und bevor ihr jetzt völlig verschreckt seid. So sehen sie nach einer Weile natürlich auch nicht mehr aus. Sie verwachsen, verblassen. Mir fallen sie gar nicht mehr auf. Vielleicht sollte ich sogar mal ein aktuelles Bild zeigen.

Was ich also sagen möchte:
Ja, ich beginne jetzt (wieder mal) mit einem Fitnessprogramm. Ja, ich möchte meine Ernährung gerne wieder etwas gesünder umstellen. Aber nicht, um der Welt zu beweisen, wie wunderbar dünn ich nach der Geburt meines zweiten Kindes sein kann, sondern um mich wohler zu fühlen. Weil ich morgens nach dem Duschen gerne meine Unterwäsche anziehen möchte und dann gerne in den Spiegel schaue. Also mache ich mir keinen Druck. Vermutlich wird es gute und schlechte Wochen geben, mehr und weniger Disziplin. Aber das ist mein Weg, meine Art. Und wenn ich mal irgendwann nachts eine Schokolade verdrücke, dann ist das so. Ich werde mir wirklich Mühe geben, ehrlich zu sein und somit einen realistischen Einblick zu geben. Realistisch heißt für mich:
Spaß zu haben, überzeugt zu sein und sich nicht selbst zu versklaven, weil man mal etwas weniger motiviert war.

Jedenfalls habe ich ein paar Wochen nach Jacobs Geburt beschlossen, den Bikini Body Guide von Kayla Itsines zu machen. Ein 12-wöchiges Programm, das man zuhause machen kann. Es ist eine Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining und garantiert, dass jedes Workout innerhalb von 30 Minuten absolviert werden kann. Okay - in der Realität ist es mit Anziehen, Durchatmen, Wiederbeleben danach, wohl eher eine Stunde. Aber dennoch machbar. 
Das Krafttraining ist in die Bereiche "Beine", "Arme und Bauch" und "Ganzkörper" auf 3 Tage verteilt. Das Ausdauertraining kann man nach eigenem Belieben auf die restlichen Tage verteilen.
Ich habe den Muskelkater meines Lebens gehabt, aber auch recht schnell Ergebnisse gesehen und bin immer mehr in eine Routine gekommen. Großer Vorteil bei Kayla Itsines: Es gibt eine unglaubliche große Community und so ist es wirklich leicht, sich mit anderen auszutauschen.

Am Mittwoch geht es also wieder los. Heute habe ich noch ein wenig Equipment für das Training geholt und werde mich in Ruhe hinsetzen, um ein paar gute und leichte Rezepte rauszusuchen. Vorbereitung und Planung ist für mich das A und O, um diszipliniert zu bleiben. 

Habt ihr also noch Tips und Rezepte oder wollt vielleicht gemeinsam mit mir starten ? Dann schreibt mir doch gerne einfach.




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