Give-Aways und Mamablogger - Social Media als modernes Sprungbrett.

Mittwoch, 3. Mai 2017



So viele Gedanken habe ich mir gemacht. 
Ich wollte dieses Projekt professionell angehen. Erfolgreich sein, aber vor Allem authentisch. Jetzt sind einige Monate sind ins Land gezogen und ich habe beschlossen, mich wieder auf meine ursprünglichen Werte zu fokussieren. 

2016 habe ich mit Hilfe von einem kleinen Team "valeriasophie.com" erstellt und war so voller Stolz. Endlich etwas Eigenes. Endlich eine Plattform um all den Dingen, die den ganzen Tag in meinem Kopf schwirren, Raum zu geben. 
Ich bin schon länger in den einschlägigen sozialen Netzwerken wie Instagram oder auch Facebook aktiv und merke, dass das Bloggen wohl Hand in Hand mit der Darstellung durch eben genannte Medien geht. 
Insbesondere auf meinem Instagram Account folge ich selbst den gängigen großen Accounts im Bereich Fitness, Wohnen aber auch Mamablogs. Bin aber in erster Linie als stiller Leser interessiert und verfolge gespannt die vermeintlich schönen Leben/Körper/Wohnungen ohne mich all zu rege am Austausch zu beteiligen.

Schön sieht das Alles aus. So viele nette Follower, so viele liebe Kommentare und vor Allem so viele tolle Accounts. Schnell merke ich, wie auch ich Interesse an vorgestellten Produkten entwickle und auf das Urteil der Accountinhaber vertraue.

Als ich also mit dem Blog starte, soll auch für mich Instagram als begleitende Plattform, als Auftakt und Unterstützung dienen. Aber schneller als gedacht merke ich, dass wohl doch Einiges mehr hinter den schönen kleinen Quadraten steckt, als nur ein spontaner Handyschnappschuss. 
Hashtags sollen es sein. Aber die Richtigen. Die mit den meisten Treffern.
Und am Besten auch viele verlinkte Labels. Wohlstand ist interessant. Leser möchten sich gerne mit den Menschen hinter den Accounts identifizieren. Und da ist eben ganz menschlich, dass wir uns nach dem sehnen, was wir nicht haben. Autos, Möbel, Kleidung. Eine nicht enden wollende Spirale aus Sehnsucht und Neid. Aber besitze ich das wirklich oder möchte ich meine Leser nur im Glauben lassen, um möglichst großes Interesse zu produzieren ?

Zahlen werden auch mir zunehmend wichtig. Follower und Likes. Natürlich möchte ich auch mitschwimmen im Strudel des Erfolgs. Wünsche mir regen Austausch mit meinen Followern und am Liebsten eher gestern als heute schon zu den "ganz Großen" zu gehören.
Aber was ich auch merke: Es gehört deutlich mehr dazu, als "nur" einen interessanten oder guten Text auf dem eigentlichen Medium, dem Blog, abzuliefern. Im Grunde genommen, ist das Social Media Profil von deutlich größerer Relevanz. 

Und wie engagiert bist du ? 

In meinem naiven Glauben, denke ich, dass Kooperationen nur dann entstehen, wenn das Profil so sehr überzeugt (Traffic und Follower), dass interessierte Firmen auf einen aufmerksam werden und eine Zusammenarbeit initiieren.
Falsch gedacht. Naiv gedacht. Auch mit den kleinsten Zahlen kann heut jeder hemmungslos Firmen anschreiben und um Kooperationen bitten. Angefangen bei Luftballons, über Stifte, Kleidung oder auch Pressereisen. Desto größer der Account, desto schöner der Kooperationsinhalt.
Das verstehe ich nicht. Ich habe schlichtweg erwartet, dass nur der hart erarbeitete Erfolg und die damit einhergehenden Zahlen so etwas ermöglichen.

Aber ist es denn verwerflich Firmen anzuschreiben oder den eigenen Account pushen zu wollen ?

Nein, versteht mich nicht falsch. Es ist jedem selbst überlassen, seinen Account, sein Vorhaben, so anzugehen, wie er es für richtig hält. Es ist ein schmaler Grad zwischen:

Ich möchte durch AUTHENTISCHES Engagement/Eigeninitiative dafür sorgen meinen Account/Blog erfolgreicher zu machen 
ODER
Ich nutze jede Möglichkeit, um kostenfrei Produkte zu erhalten und Gratisprodukt-interessierte Follower zu steigern.

Aber ist es nicht traurig, dass wir heute in einer Welt leben, in der wir Urteilen im Internet vertrauen ohne zu realisieren, dass es sich in den meisten Fällen nicht um objektive Bewertungen handelt, sondern in den meisten Fällen um Individuen, die schlichtweg freie Produkte und schnellen Ruhm mittels des Internets abräumen wollen.
Das finde ich nicht richtig. Das finde ich irreführend und traurig.

Und der Austausch mit Langzeitbloggern aber auch Herstellern bestätigt meine Gedanken. Leute der "ersten Stunde" sind schockiert vom Ausmaß der Gier neuer kleiner Social Media Accounts. Ein neuer Berufszweig scheint sich aufgetan zu haben. Dabei haben alteingesessene Blogger lange und hart dafür gekämpft ernstgenommen zu werden. Authentisch zu sein und trotzdem zu überzeugen. 
Heute spriessen täglich tausende von Accounts aus der Erde und bieten Giveaways, Produktrezensionen oder auch Gewinnspiele an. Es geht nur noch um Zahlen. Follower, Likes, Hashtags und Geld. Wirklich Bloggen, das ist doch zur Nebensache geworden.

Und so möchte ich mich abgrenzen. Ich kann nicht viele Follower aufweisen. Ich kann nicht mit einer gigantischen Reichweite prahlen. Aber ich kann ehrlich sagen, dass das was ich online präsentiere und in den Raum stelle, aufrichtig ist. 
Und wenn sich Jemand dafür interessiert, was ich poste oder schreibe, dann freue ich mich über jeden Einzelnen. Über Feedback und Kommentare. Und Menschen, die teilhaben an meinem Projekt, einfach weil es ihnen gefällt.


Kommentare:

  1. Ich hätte gerne den von der entfernten Kommentar gelesen ;)

    Bei allem kann ich Dir Recht geben! Gerade auf Instagram ist der Kampf nicht mehr normal - aus diesem Grund sehe ich Instagram nur noch als Begleitung und investiere nicht mehr viel Zeit auf dieser Plattform. Supporter Gruppen, die 5K Accounts 1000 Likes und 100 Kommentare bescheren schießen wie Pilze aus dem Boden - eigenartige Mütterblogs, die einen auf lustig und speziell machen wollen findet man nun an jeder Ecke. Die Cashcow muss gemolken werden...

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  2. Haha, ich muss dich leider enttäuschen. Das war nur Ich selbst :) Die Kommentarfunktion hat gestreikt und ich musste etwas ausprobieren.

    Zu deinem Kommentar. Ich freue mich für dich, dass du die Stärke und das Selbstbewusstsein besitzt, dich von Insta etwas zu lösen und deinen Blog eben dennoch erfolgreich betreiben zu können.
    Ich nehme bei mir selbst Phasen war, in denen ich am Liebsten alles sein lassen möchte, weil ich das Gefühle habe, keiner liest oder "es geht Alles nicht schnell genug". ABER wo sind wir denn ? Ich bin einfach mal ganz traditionell und hoffe auf "was gut ist, währt ewig". Und so werden all die abgesprochenen/Fake/Geldgier-Accounts über Kurz oder Lang nicht mehr befriedigt sein und diejenigen, die ich echten Inhalt zu bieten haben, sich (hoffentlich) durchsetzen. Ob das wirklich klappt ? Keine Ahnung. Aber irgendwie glaube ich daran, dass der nächste Trend nun nicht mehr all zu lange auf sich warten lassen kann und dann, ganz plötzlich, wird dieser Boom an geschäftstüchtigen Mamas/Bloggern/Social Media Stars, einen neuen Kanal finden..

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