Wenn der Motor ausfällt - Selbstfürsorge.

Dienstag, 30. Mai 2017


Wisst ihr was ? 
Es ist genau 2 Jahre her. Jacob war (so wie Greta jetzt auch) 6 Monate alt. Da bekam ich aus dem Nichts eine Gürtelrose. Das waren Schmerzen. Unvorstellbar. Ich saß in Hong Kong, ohne familiäre Unterstützung und wusste nicht mehr weiter. Mein Körper sendete mir ein sehr sehr deutliches Signal. Es war zu viel ! Ich verlangte zu viel von mir, von meinem Körper, ab. Ich brauchte eine Pause - ich musste mehr auf mich achten. 

Und jetzt. Genau 2 Jahre später ist letztes Woche Folgendes passiert:

Seit letztem Mittwoch habe ich, unwissend, eine Magenschleimhautentzündung in mir ausgebrütet. Und, ihr kennt es sicherlich - Mama macht trotzdem ganz normal weiter und kämpft sich mit Optimismus durch Schmerz und den Alltag. Aber am Samstag Morgen ging es wirklich nicht mehr. Also bin ich, keine Ahnung wie, über mich hinausgewachsen und bin tatsächlich mit den 2 kleinen Kindern alleine ins Krankenhaus gefahren. 
Das Gute daran, ich war so im Adrenalinrausch (mit einem Baby und einem aktiven 2 Jährigem unter Schmerzen alleine in die Notaufnahme, da ist jeder Achterbahn ein Witz gegen!), dass ich die nächsten Stunden irgendwie im Tunnel war und wirklich gut gemeistert habe. Am Nachmittag und vor Allem in der Nacht hat mich dann aber die Realität eingeholt. Es ging Nichts mehr. Mein Körper streikte und ich weinte vor Schmerz. Sonntag war dann Bettruhe angesagt und das gab mir endlich die Chance zur Ruhe zu kommen und meinen Körper zu entlasten.
Jetzt, Dienstag Morgen, bin ich noch etwas wackelig auf den Beinen, aber im Grunde genommen wieder die Alte. 
Spurlos sind die letzten Tage aber definitiv nicht an mir vorbeigegangen.


Fazit 

Es bringt Niemandem etwas, wenn Mama durchpowert, aber am Ende keine Kraft mehr hat. Denn so helfe ich Niemandem weiter. Meine Kinder brauchen eine starke, fitte Mama. Der Haushalt kann nicht gemacht werden, wenn ich vor Erschöpfung auf dem Sofa liege und nicht mehr hochkomme.
Der Kern der Familie bin ich und so ist es meine Verantwortung, für mich zu sorgen. Auf unterschiedlichsten Ebenen.

Ich muss auf meine Ernährung achten.
Ich muss auf meine Gesundheit achten.
Ich muss mir Pausen gönnen.  
Auch mir als Mutter steht eine Auszeit, ein Feierabend, ein Tag Freiraum zu. 

Manche dieser Dinge sollten relativ leicht umsetzbar sein. So ist es eigentlich ohne Probleme möglich, sich ausgewogen und gesund zu ernähren. 
Ich habe die Erfahrung gemacht, als Mutter stets mein Wohl nach hinten zu schieben. Erst bekommen die Kinder Frühstück, erst werden die Kinder fertig gemacht, erst wird noch eine Runde gespielt. Und so schleicht sich langsam aber sicher ein unregelmäßiges "Zwischendurch"-Essen ein. Schnell noch eine Handvoll Cracker bevor ich gleich losmuss, um Kind 1 von der Kita abzuholen. Lieber schnell duschen, anstatt sich in Ruhe hinzusetzen und zu frühstücken.
Jetzt möchte ich mich wieder darauf besinnen, mit mehr Struktur und Achtsamkeit zu essen. 
Dann stehe ich lieber früher auf und dusche bevor die Kinder wach sind. Oder das Kindergartenbrot wird am Abend gemacht.

Sport ist in letzter Zeit auch viel zu Kurz gekommen. Mir hat schlichtweg die Kraft gefehlt. Im Nachhinein weiß ich auch warum. Denn so eine Entzündung bahnt sich an. Das Immunsystem ist geschwächt. Der Schlafmangel, das unregelmäßige und ungesunde Essen - der Körper baut langsam aber sicher ab.
Ich wünsche mir, mir wieder die Zeit für ein paar ruhige Übungen zu nehmen. Vormittags, wenn Greta schläft. Ganz für mich. Ohne Druck.

Und jetzt kommt wohl der für mich schwierigste Punkt. Auszeiten ganz für mich. Das ist aus zwei Gründen schwierig.
1. Da Greta noch voll gestillt wird, ist sie noch sehr auf mich angewiesen.
2. Unsere persönliche Situation lässt seit Gretas Geburt kaum Möglichkeiten für Freiräume zu. Papa hat nur einen freien Tag in der  Woche. Und den möchten wir in der Regel als Familie verbringen. Allein der Kinder wegen.

Die Lösung für Punkt 1 liegt nicht im Abstillen. Abpumpen wäre eventuell eine Option, aber ehrlich gesagt werde ich in der nächsten Zeit ohnehin langsam mit der Beikosteinführung starten und sehe so keine Notwendigkeit mit der Eingewöhnung von einer Flasche zu starten.

Was macht man also wenn nur ein freier Tag bleibt ? Man ist zerrissen. Möchte Alles auf einmal. 
Papa sei ein wenig Zeit für sich gegönnt.
Aber die Kinder sollen auf jeden Fall auch Zeit mit Mama und Papa gemeinsam haben.
Und wo passt da eigentlich noch eine kleine Auszeit nur für Mama rein ?

Ich weiß es nicht. Ich habe gegrübelt und überlegt. Aber mir fällt keine Lösung ein.

Daher gibt es eine Zwischenlösung. Sie bedeutet keine Auszeit für mich, aber eine klare Unterstützung und dringend benötigte Entlastung:
Einmal die Woche (eine Steigerung ist möglich) soll nun eine Babysitterin kommen und Nachmittags für ein paar Stunden mithelfen. Ob sie nun mit Jacob auf den Spielplatz geht, hier mit den Kindern spielt während ich etwas im Haushalt mache oder auch einfach Greta eine Runde im Kinderwagen schiebt - es ist ganz gleich. 
Es hilft mir. Es hilft uns als Familie. Und das ist die einzige Begründung die wir brauchen.

Liebe Mamas, 
sorgt für Euch. Nehmt euch Auszeiten. Schafft euch Freiräume. Baut euch ein Netzwerk aus lieben, hilfsbereiten Menschen. Eure Familien funktionieren nur so lange, so lange ihr auch funktioniert. Ihr seid das Herz dieses Motors. Also schaut, dass dieses Herz gesund und glücklich ist.

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